Wie gut sind Sterbegeldversicherungen wirklich?

Geschrieben von Martin Jacobs. Veröffentlicht in Sterbegeldversicherung

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Der Tod eines Menschen hinterlässt seine Angehörigen und Freunde oft in tiefer Verzweiflung. Sich dann um die Beisetzung zu kümmern, überfordert viele enge Familienmitglieder. Deshalb sind gute und vertrauenswürdige Bestatter wichtig und vor allem sehr hilfreich. Doch Bestattungen kosten zum Teil viel Geld. Damit sich Trauernde damit nicht zusätzlich belasten müssen, wird die  Bestattungsvorsorge, häufig mit einer Sterbegeldversicherung abgesichert. Doch wie gut sind Sterbegeldversicherungen wirklich und worauf muss man achten? Wann leisten sie und wann leisten sie nicht?

Die richtige Bestattungsvorsorge entlastet Angehörige im Trauerfall. So geht's!

Geschrieben von Martin Jacobs. Veröffentlicht in Sterbegeldversicherung

Der Tod eines nahen Angehörigen ist, für alle eine belastende Zeit. Nicht nur, dass man emotional aufgewühlt ist, trauert und nebenbei noch sein normalen Alltag bewältigen muss. Nein, in kürzester Zeit muss vieles, ja sogar sehr vieles geregelt werden. Ein mögliches Erde bzw. die Hinterlassenschaften des Verstorbenen müssen ausgeräumt, sortiert und entsorgt werden. Zusätzlich müssen nach einem Todesfall auch erste Bankgespräche und Gespräche mit einem möglichen Vermieter geführt werden. Das Aufwendigste ist allerdings, sich schnellst möglich um eine Bestattung zu kümmern, denn hier bleiben meist nur 2 bis 3 Wochen Zeit. Auf die folgenden Punkte sollte unbedingt geachtet werden, damit eine Bestattung reibungslos abläuft. Auch vorher kann man sich breits um wichtige Details kümmern.

Beerdigungskosten und Bestattungskosten - Wer kann sich die Beerdigung noch leisten?

Geschrieben von Martin Jacobs. Veröffentlicht in Sterbegeldversicherung

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Stirbt ein Mensch, ist das für seine Angehörigen ein schwerer Schicksalsschlag. Zunächst müssen sie lernen, mit der Trauer umzugehen. Außerdem gilt es, sich innerhalb kürzester Zeit um die notwendigen Formalitäten zu kümmern und die Beisetzung zu organisieren. Natürlich nehmen Bestattungsinstitute Hinterbliebenen einen Teil der bürokratischen Hürden ab. Doch die wichtigste Frage müssen sich trauernde Hinterbliebene sofort stellen: Wo finden wir einen seriösen Bestatter, wie hoch sind die Beerdigungskosten und wer kommt dafür auf?

Wo gibt es heute noch ein Sterbegeld?

Geschrieben von Martin Jacobs. Veröffentlicht in Sterbegeldversicherung

Die Kosten für Beisetzungen in Deutschland steigen seit Jahren. Auf Hinterbliebene kommen immer höhere Ausgaben zu, wenn sie verstorbene Angehörigen würdevoll bestatten wollen. Mit Sterbegeld wird das Risiko einer finanziellen Überforderung naher Verwandter gemindert. Da die gesetzlichen Möglichkeiten einer solchen Unterstützung gering sind, sollte jeder Einzelne privat vorsorgen. Eine Sterbegeldversicherung  ist eine gute Möglichkeit, ausreichend vorzusorgen. 

Was ist Sterbegeld?

Sterbegeld ist eine finanzielle Aufwendung, die zur teilweisen oder vollständigen Deckung der Kosten für die Beisetzung eines Verstorbenen an dessen Angehörige gezahlt wird. Bekannt ist das Sterbegeld aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Auch Versicherer bieten Verträge an, die Sterbegeld an Hinterbliebene des Versicherten zahlen. Diese private Sterbegeldversicherung  wird zur Vorsorge immer wichtiger. Das liegt daran, dass andere Alternativen das Risiko hoher Kosten für eine Beisetzung nur eingeschränkt abdecken. Wenn Sie Ihre Angehörigen absichern wollen, sollten Sie über den Abschluss einer Sterbegeldversicherung nachdenken. 

Gibt es das Sterbegeld in der gesetzlichen Krankenversicherung noch?

Nein. Seit 2004 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen diese Leistung nicht mehr an die Hinterbliebenen eines gesetzlich Krankenversicherten aus. Grundlage für die endgültige Streichung der Zuwendung war das "Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung". Es wurde im Jahr 2003 von der damaligen Bundesregierung aus SPD und Grünen beschlossen. 

Reichte das Sterbegeld von der Krankenkasse aus, die Kosten einer Beisetzung zu decken?

Nein. Um es zu erhalten, mussten Sie zunächst einmal Mitglied der gesetzlichen Kasse sein. Noch als es existierte, war das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen außerdem eher ein "Tropfen auf den heißen Stein". Für die Hinterbliebenen eines Mitglieds der gesetzlichen Kasse gab es zuletzt 525 Euro. Wenn ein Angehöriger starb, der über die Familienversicherung mitversichert war, wurden den Hinterbliebenen sogar nur 262,50 Euro ausgezahlt. Kostendeckend für die Beisetzung war das Sterbegeld also nicht. 

Waren die Kosten für die Beisetzung vor dem Jahr 2004 nicht viel niedriger?

Wahr ist, dass die Aufwendungen, die für eine Beerdigung aufgebracht werden müssen, in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. Sie betragen heute bereits deutlich mehr als noch im Jahr 2004. Insgesamt war aber schon zu der Zeit der Abschaffung des Sterbegelds eine Beisetzung teuer. Ein einfaches Begräbnis kostete im Jahr 2003 bereits mehr als 4.000 Euro. Selbst als Mitglied in der gesetzlichen Kasse hätten Sie sich also nicht auf das Sterbegeld der Kasse verlassen können, sondern mussten schon damals Rücklagen ansparen. Oder Sie mussten eine private Sterbegeldversicherung  abschließen, um Ihre Hinterbliebenen bei den Kosten für die Beerdigung zu entlasten.  

Zahlt die Private Krankenversicherung ein Sterbegeld aus?

Nein. In der Privaten Krankenversicherung gibt es diese Leistung nicht. Es hat sie, im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung, auch zu keiner Zeit gegeben. Der Grund liegt darin, dass der Tod in der Privaten Krankenvollversicherung kein versicherbares Risiko ist. 

Wer zahlt überhaupt noch ein Sterbegeld?

Da gibt es recht unterschiedliche Möglichkeiten. Gesetzlich zu einer Unterstützungsleistung im Sterbefall verpflichtet sind die gesetzliche Unfallversicherung und die gesetzliche Rentenkasse. Die Zahlungen heißen hier zwar nicht immer Sterbegeld. Weil aber Leistungen wie das Sterbevierteljahr der Rentenkasse Hinterbliebene bei den Kosten für die Beerdigung unterstützen, können sie als Ersatz für das Sterbegeld bezeichnet werden. Auch private Policen, wie etwa für die private Unfallversicherung, sehen in der Regel eine Leistung für den Todesfall vor, die eine Lücke beim Sterbegeld füllen. Außerdem können Berufsständische Versorgungswerke Sterbegeld vorsehen. Auch aus der betrieblichen Altersvorsorge könnten Sie Ansprüche haben, wenn Sie eine Betriebsrente ansparen.  

Wie hoch sind die Leistungen für das Sterbegeld bei den einzelnen Alternativen?

Das lässt sich nicht mit konkreten Zahlen festmachen. Außer bei der betrieblichen Altersversorgung, die für das Sterbegeld Obergrenzen vorsieht, gibt es bei den anderen Alternativen unterschiedliche Faktoren, die die Höhe bestimmen. Bei dem Sterbevierteljahr der gesetzlichen Rentenkasse ist die Höhe der Rente des Verstorbenen ein entscheidender Punkt. Auch bei den berufsständischen Versorgungseinrichtungen sind die Höhe der Rente und die über die Jahre erfolgten Einzahlungen ausschlaggebend. Bei privaten Unfallversicherungen oder bei einer Sterbegeldversicherung  hängt es von der vereinbarten Versicherungssumme ab, wie hoch ein Sterbegeld ausfällt. 

Ist Sterbegeld ein Bestandteil der betrieblichen Altersvorsorge? 

Nein. Ein so genannter grundlegender Bestandteil der betrieblichen Altersvorsorge ist das Sterbegeld nicht. Das Instrument der betrieblichen Altersvorsorge ist für den einzelnen Arbeitnehmer geschaffen worden. Es soll ihn im Alter finanzieren und unterstützen. Die Versorgung der Hinterbliebenen spielte bei der betrieblichen Altersversorgung immer schon eine eher untergeordnete Rolle. Zwar schließen Betriebsrenten auch Renten an die Hinterbliebenen ein. Sie bekommen eine Hinterbliebenenrente, auf die Sie bei einigen der Durchführungswege der Betriebsrente vertraglich übrigens auch verzichten können. Das Abwählen dieser Leistung nennt man opt out. Wollen Sie für Ihren Partner oder Ihre Kinder als Vorsorge ein Sterbegeld aus der betrieblichen Altersversorgung absichern,  damit die Beerdigungskosten gedeckt sind, müssen Sie das aber bei Vertragsschluss extra vereinbaren. Das nennt man opt in.  

Bis zu welcher Höhe kann Sterbegeld in der betrieblichen Altersversorgung vereinbart werden?

Die maximale Höhe von Sterbegeld aus der betrieblichen Altersversorgung beträgt 8.000 Euro. Bei den Unterstützungskassen liegt die Leistung noch etwas niedriger. Hier sind es 7.669 Euro. 

Kann man auch ein geringeres Sterbegeld vereinbaren?

Ja. Das geht. Eine Sterbegeldversicherung innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge verursacht ja Kosten. Das Geld dient dann ganz allein der Absicherung im Sterbefall und muss deshalb separat angespart werden. Es fließt also nicht in Ihre Rente. Wollen Sie eine höhere Rente, können Sie den Anteil der Sterbeleistung also verringern. 

Ist es sinnvoll, auf das Sterbegeld aus der betrieblichen Altersversorgung zu verzichten?

Wenn dieses Sterbegeld eine günstige Möglichkeit ist, das Risiko hoher Kosten einer Beisetzung abzusichern, sollte diese Möglichkeit auch genutzt werden. Eine Frage ist dabei jedoch, wie sehr eine solche Vereinbarung die Höhe Ihrer späteren Betriebsrente schmälert. Da es heute kein Sterbegeld mehr von den gesetzlichen Krankenkassen mehr gibt, müssen gute Alternativen in Betracht gezogen werden. Das Mittel der Wahl bleibt eine private Sterbegeldversicherung . Mit einer solchen Police, die das Sterbegeld in ausreichender Höhe zahlt, ist jeder auf der sicheren Seite.   

Was ist eigentlich mit Sterbegeld aus einer Rürup- oder Riester-Versicherung?

Rürup und Riester sind gute Möglichkeiten, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Die Zahlung von Sterbegeld sehen diese Policen nicht vor. Innerhalb der Verträge lassen sich Leistungen für Hinterbliebene vereinbaren. Aus diesen Zahlungen können auch die Kosten für eine Beisetzung bestritten werden. Wollen Sie Ihre er Hinterbliebenen jedoch gezielt gegen die hohen Kosten einer Beisetzung absichern, sollten Sie eine private Sterbegeldversicherung abschließen. Sie sorgt am besten vor, wenn es um Sterbegeld geht.  

Gibt es Sterbegeld in der gesetzlichen Unfallversicherung?

Ja. Für Arbeitnehmer, die über ihren Arbeitgeber in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert sind, wird im Todesfall auch ein Sterbegeld gezahlt.  

Ist damit das Risiko hoher Kosten für die Beisetzung vollständig abgesichert?

Nein. Die Leistung ist zwar für die Angehörigen eine große Hilfe. Sterbegeld wird aber nur gezahlt, wenn der Tod infolge eines Arbeitsunfalls, Wegeunfalls oder einer anerkannten Berufskrankheit ist. Alle anderen Fälle werden nicht abgedeckt.  

An wen wird das Sterbegeld gezahlt?

Es geht an die hinterbliebenen Partner, also Witwen oder Witwer, und unter bestimmten Umständen sogar an die früheren Ehegatten. Auch hinterbliebene Kinder oder Stiefkinder sowie Pflegekinder und Enkel haben einen Anspruch. Wichtig ist, dass derjenige, der das Sterbegeld bekommt, sich um die Beisetzung kümmert. Das können auch Geschwister sowie Verwandte des Versicherten in der aufsteigenden Linie sein. 

Was passiert mit dem Sterbegeld, wenn es keine Bezugsberechtigten gibt?

Wenn es keine Anspruchsberechtigten gibt, werden die Kosten für die Beisetzung auch an eine Person gezahlt, die sich um die Beerdigung kümmert. Diese Person muss sich dann mit der Gesetzlichen Unfallversicherung des Verstorbenen in Verbindung setzen und nachweisen, dass sie die Beerdigungskosten übernimmt. 

Wie hoch ist das Sterbegeld in der gesetzlichen Unfallversicherung?

Das Sterbegeld beträgt ein Siebtel der Bezugsgröße, die zum Zeitpunkt des Todes gilt.    

Was versteht man unter der Bezugsgröße?

Unter der Bezugsgröße versteht man das Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung. Gewertet wird der Wert des vorvergangenen Kalenderjahres. Beispiel: Für die alten Bundesländer legte das Bundesarbeitsministerium im Jahr 2015 die Bezugsgröße auf 34.020 Euro pro Jahr fest. Damit beträgt das Sterbegeld in der gesetzlichen Unfallversicherung 4.860 Euro. Der große Vorteil ist, dass dieses Sterbegeld jedem Versicherten zusteht und unabhängig ist von der Höhe des Lohnes des Verstorbenen.  

Welche zusätzlichen Ausgaben, außer denen der Beisetzung und der Grabpflege, übernimmt das Sterbegeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung?

Die Gesetzliche Unfallversicherung zahlt auch Kosten, die bei der Überführung des Verstorbenen an den Ort seiner Bestattung entstehen. Nötig wird das zum Beispiel, wenn ein Versicherter nicht in seinem Heimatort beziehungsweise dem Ort seiner ständigen Familienwohnung verstorben ist. Außerhalb dieser Örtlichkeiten muss er sich jedoch aus beruflichen Gründen aufgehalten haben.   

Ist ein Arbeitnehmer mit dem Sterbegeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung gut abgesichert?

Die Leistung selbst ist ein wichtiger Baustein beim Schutz, wenn Sie tatsächlich Arbeitnehmer sind. Sie garantiert Ihnen und Ihren Angehörigen Zuwendungen, wenn etwa Unfälle oder Krankheiten im Zusammenhang mit der Ausübung Ihres Berufes auftreten. Der Arbeitgeber, der ja die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung vollständig alleine zahlt, kommt damit seiner Fürsorgepflicht nach. Da das Sterbegeld jedoch nur in Verbindung mit Ihrem Job steht, deckt es nicht alle Risiken ab. Einen vollständigen Schutz, wie durch eine Sterbegeldversicherung  garantiert Ihnen das Sterbegeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung also nicht. 

Sieht die private Unfallversicherung ein Sterbegeld vor?

Private Unfallversicherungen decken das Unfallrisiko im privaten Bereich ab. Neben Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit und Invalidität sind auch Todesfallleistungen an Hinterbliebene vorgesehen. Bei diesen Zahlungen handelt es sich nicht explizit um ein Sterbegeld, auch wenn die Kosten für die Beisetzung natürlich mit diesem Geld abgedeckt werden können. 

Was ist das Besondere an den Todesfallleistungen der privaten Unfallversicherung?

Die vereinbarten Zahlungen liegen in der Regel weit über den Kosten, die für eine Beisetzung anfallen. Die Obergrenze liegt bei einigen Versicherern etwa bei 150.000 Euro für Erwachsene. Denn mit diesen Zahlungen sollen Hinterbliebene zum Beispiel auch für Einkommensverluste entschädigt werden, etwa wenn der Verstorbene Alleinverdiener war. Zweck einer privaten Unfallversicherung ist allerdings die Unterstützung des Versicherten bei Invalidität durch den Unfall und weniger die Leistung an die Hinterbliebenen im Todesfall. 

Ist eine private Unfallversicherung als Ersatz für eine Sterbegeldversicherung geeignet?

Nein. Eine private Unfallpolice ist wichtig, deckt aber das Risiko hoher Beerdigungskosten nur bedingt ab. Denn sie zahlt ihre Leistungen bei Tod nur, wenn dieser Folge eines privaten Unfalls war. Außerdem muss der Tod bei vielen Policen innerhalb eines Jahres nach dem Unfall und als Folge dieses Unfalls eingetreten sein. Um Sterbegeld umfassend abzusichern, sollten Sie zusätzlich eine private Sterbegeldversicherung abschließen.  

Wie sinnvoll ist die Absicherung von Sterbegeld über eine Risikolebensversicherung?

Hier gilt dasselbe, wie bei der privaten Unfallversicherung: Die Police sichert das Risiko von Hinterbliebenen ab, durch den Tod des Versicherten in finanzielle Not zu geraten. Das wird durch hohe Todesfallsummen erreicht. Natürlich sind durch die Zahlungen einer Risikolebensversicherung  auch die Kosten für die Beisetzung mehr als gut abgesichert. 

Eignet sich die Risikolebensversicherung als Ersatz für die Sterbegeldversicherung? 

Soll nur Sterbegeld abgesichert werden, ist die Risikolebensversicherung mit ihren hohen Todesfallleistungen überdimensioniert. Als reine Sterbegeldversicherung  ist sie einfach zu teuer. Sie sichert sehr gut Ihre Familien ab, wenn Sie Alleinverdiener sind und zum Beispiel Verpflichtungen durch Kredite oder Hypotheken haben. Suchen Sie eine Police, die lediglich das Risiko hoher Kosten eine Beisetzung absichert, sollten Sie eine Sterbegeldversicherung  abschließen.   

Gibt es eigentlich Sterbegeld bei der gesetzlichen Rentenversicherung?

Nein. Aus der gesetzlichen Rentenkasse gibt es kein Sterbegeld. Jedenfalls wird beim Tod eines Mitglieds der gesetzlichen Rentenversicherung keine Leistung gezahlt, die diesen Namen verdienen würde. 

Bleiben Hinterbliebene ohne Schutz durch die gesetzliche Rentenkasse?

Nein. Für finanzielle Unterstützung in den ersten Wochen nach einem Todesfall sorgt die gesetzliche Rentenkasse zum Beispiel durch das Sterbevierteljahr.

Welche Hilfen gibt es bei diesem Sterbevierteljahr?

Das Sterbevierteljahr zahlt die gesetzliche Rentenkasse Hinterbliebenen eines Versicherten erhöhte Leistungen. So gibt es für Witwen oder Witwer innerhalb der ersten drei Monate nach dem Versterben des Versicherten weiter dessen volle Rente. Erst danach zahlt die Rentenversicherung die Hinterbliebenenrente in der gesetzlich vorgesehenen Höhe aus. Das sind dann zwischen 55 und 60 Prozent der Rente des Verstorbenen. Das hängt davon ab, ob Witwe oder Witwer Anspruch auf eine kleine oder große Witwenrente haben. 

Wie erhält die Witwe oder der Witwer das Geld aus dem Sterbevierteljahr?

Wenn der Verstorbene bereits selbst eine gesetzliche Rente bezogen hat, können Witwe oder Witwer in einem Zeitraum von 30 Tagen nach dem Todesfall einen Antrag bei der Rentenzahlstelle der Post stellen. Darin bitten sie um einen Vorschuss auf die Hinterbliebenenrente. Die Post hilft bei den Anträgen und stellt auch die notwendigen Formulare und Hinweise, etwa zu wichtigen Dokumenten bereit. Die Auszahlung erfolgt innerhalb wenige Tage nach dem Antrag.   

Was ist zu tun, wenn der Verstorbene noch keine Rente bezogen hat?

In diesem Fall müssen die Witwe oder der Witwer ihren Antrag direkt bei der gesetzlichen Rentenkasse stellen. Dort wird dann zunächst errechnet, wie hoch die Rente des Versicherten zum Zeitpunkt seines Todes gewesen wäre. Diesen Betrag zahlt die Rentenversicherung dann im Sterbevierteljahr in voller Höhe aus. Auf der Basis dieser Rente wird danach auch die eigentliche  Hinterbliebenenrente errechnet. 

Gibt es Sterbegeld aus den Systemen der berufsständischen Versorgungseinrichtungen?

Ja. Viele Berufsgruppen, wie zum Beispiel Rechtsanwälte, Architekten oder auch Apotheker und Ärzte sind über diese berufsständischen Versorgungseinrichtungen abgesichert. Diese Einrichtungen übernehmen zu großen Teilen die Funktion einer gesetzlichen Rentenversicherung. Auch Sterbegeld ist bei der großen Zahl der Versorgungskassen als Leistung vorgesehen. 

Ist Sterbegeld aus einer berufsständischen Versorgungseinrichtung eine gute Alternative zur privaten Sterbegeldversicherung?

Wenn Sie als Freiberufler oder Selbstständiger Mitglied in einem solchen berufsständischen Versorgungswerk sind, kann die Leistung durchaus reichen. Sie sollten sich jedoch erkundigen, wie hoch das Sterbegeld aus Ihrer Versorgungskasse sein wird. Ist es zu niedrig, etwa weil Sie nicht genug in das Versorgungswerk einzahlen, kommt eine Sterbegeldversicherung als zusätzliche Absicherung infrage.  

Zahlt der Arbeitgeber ein Sterbegeld?

In der Tat unterhalten einige der großen und bekannten Unternehmen für ihre Arbeitnehmer Sterbekassen. Dort können Mitarbeiter ihre Angehörigen zu recht günstigen Konditionen absichern. Diese Sterbekassen zahlen im Todesfall die vereinbarte Summe aus und sichern so das Risiko hoher Kosten einer Beisetzung ab. Zu den großen Firmen, die betriebseigene Sterbekassen haben, gehören zum Beispiel die BASF und Bayer. Eine gesetzliche Verpflichtung für Arbeitgeber, Sterbegeld zu zahlen, gibt es allerdings nicht. 

Welche Leistungen bekommen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst als Sterbegeld?

Im öffentlichen Dienst gibt es das Sterbegeld bereits seit Jahren nicht mehr. Weder Angestellte im öffentlichen Dienst noch Beamte haben gegenüber ihrem Dienstherrn einen Anspruch auf Sterbegeld, mit dem sie ihre Hinterbliebenen absichern können. Deshalb empfiehlt sich auch in diesem Bereich eine private Sterbegeldversicherung als Alternative. Sie übernimmt die hohen Kosten, die bei einer Beisetzung anfallen. Auch für die Grabpflege ist durch eine Sterbepolice gut gesorgt.  

Muss Sterbegeld versteuert werden?

Das kommt darauf an, aus welcher Art von Verträgen und Vereinbarungen es stammt. Leistungen aus einer privaten Sterbegeldversicherung etwa werden wie Geld aus Kapitallebensversicherungen behandelt. Sie gelten als Einkommen. Deshalb unterliegen sie grundsätzlich der  Besteuerung.  Auch das Sterbegeld aus anderen privaten Policen, wie zum Beispiel private Unfallversicherungen, stammt vom Grund her aus einem Vertragsbestandteil, der als Sterbegeldversicherung nach Art einer kleineren Kapitallebensversicherung funktioniert. Auch dieses Sterbegeld wird  wie Einkommen behandelt und muss versteuert werden.  

Was gilt für Sterbegeld aus der betrieblichen Altersversorgung?

Sterbegeld, das aus einer betrieblichen Altersvorsorge stammt, muss ebenfalls versteuert werden. Bei Sterbegeld aus den Durchführungswegen Direktzusage und Unterstützungskasse handelt es sich vom steuerlichen Grundsatz her um Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Bei Geld aus Direktversicherungen oder einer Pensionskasse handelt es sich steuerrechtlich um sonstige Einkünfte. Der Unterschied liegt nur in der begrifflichen und rechtlichen Zuordnung und nicht in der Höhe der eventuell zu zahlenden Steuer. 

Ist Sterbegeld aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen steuerfrei?

Nein. Auch das Sterbegeld aus einer berufsständischen Versorgungseinrichtung unterliegt der Steuer. Um diese Leistung im Todesfall und ihre steuerliche Bewertung gab es über Jahre Streit vor Finanzgerichten. Das Finanzgericht Baden-Württemberg etwa stufte das Sterbegeld aus Versorgungskassen als steuerfreie Leistung an. Der Bundesfinanzhof hat im Jahr 2016 dann ein endgültiges Urteil gesprochen. Er urteilte, dass ein Sterbegeld, das aus einem Versorgungswerk stammt, als "andere Leistung" einer Besteuerung unterliegt (Az.: X R 13/14).   

Gibt es Möglichkeiten, Steuern zu sparen?

Ja. Angehörige können die Ausgaben, die sie für das Begräbnis aufgebracht haben, einkommensteuerrechtlich als außergewöhnliche Belastungen ansetzen. Die Bestattungskosten mindern die die Steuer. Sie werden  vom Sterbegeld, dem so genannten steuerpflichtigen Erwerb, abgezogen. Ohne Nachweis können 10.300 Euro als Bestattungskosten angesetzt werden. Für höhere Beträge müssen Nachweise erbracht werden. 

Wie werden Kosten der Grabpflege gewertet?

Auch diese Kosten vermindern die Steuerlast und sind vom Sterbegeld abziehbar. Werden die Aufwendungen für die Grabpflege in einem Betrag im Voraus in einem Betrag gezahlt, sind sie in voller Höhe anzusetzen. Werden dagegen die Grabpflegekosten über die Ruhezeit verteilt  bezahlt, zählen sie lediglich mit dem Kapitalwert. Er beträgt das 9,3-fache der Kosten für die Pflege des Grabes pro Jahr.   

Ist man mit den Alternativen zum weggefallenen Sterbegeld der Krankenkassen gut abgesichert?

Der Schutz, den Ihnen die gesetzlichen und privaten Alternativen zum Sterbegeld bieten, ist wichtig. Allerdings ist jede der einzelnen Möglichkeiten durch gewisse Bestimmungen begrenzt. Oft gibt es das Sterbegeld nur, wenn Sie einer bestimmten Gruppe angehören, zum Beispiel Versicherter in der gesetzlichen Rentenkasse sind oder als Selbstständiger in eine Versorgungskasse zahlen. Oder es gilt nur eingeschränkt. Beispiel: Nur für Arbeitsunfälle bei den gesetzlichen Unfallkassen. Deshalb sind Alternativen zum Sterbegeld nur ein Baustein bei der Vorsorge. Wollen Sie Ihre Hinterbliebenen vollständig absichern, sollte Sie eine private Sterbegeldversicherung  nutzen. Sie sorgt punktgenau für das Risiko hoher Kosten für eine Beisetzung vor.