Die Bootskasko Versicherung - Wer zahlt bei einer Beschädigung des Bootes?

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Gegen welche Gefahren schützt die Bootskasko-Police?

Im Prinzip deckt eine Bootsversicherung für einen Kaskoschaden alle gängigen Risiken ab. Das sind ein Unfall oder ein Brand sowie Diebstahl oder Einbruchdiebstahl. Außerdem gehören Schäden durch Vandalismus, so genannte bös- oder mutwillige Handlungen von Dritten, zu den durch die Yachtversicherung versicherten Risiken, genau wie höhere Gewalt. Da auf und mit einem Boot sehr viel passieren kann, gibt es natürlich auch Ausschlüsse bei den versicherten Schäden. Welche Gefahren abgedeckt sind und für welche Teile des Bootes Ersatz geleistet wird, das steht in den Versicherungsbedingungen.


Was bedeutet es, wenn in der Police Allgefahrendeckung vereinbart wird?

Bei der Allgefahrendeckung sind zunächst einmal sämtliche Risiken abgesichert, die im Kleingedruckten, also den Vertragsbedingungen, nicht nachdrücklich ausgeschlossen wurden. Für alle eingeschlossenen Schäden zahlt der Versicherer. 


Gibt es denn trotz Allgefahrendeckung nicht versicherte Risiken?

Selbstverständlich. Wird in der Police die Allgefahrendeckung vereinbart, heißt das nicht automatisch, dass jeder Schaden reguliert wird. In vielen Fällen ist etwa die Maschinenanlage nur gegen bestimmte Risiken abgesichert. Auch für Schäden an nautischen und technischen Geräten gelten Regeln. Bei Wertgegenständen und persönlichen Sachen des Bootseigners gibt es ohnehin Grenzen für den Schadensersatz.


Gibt es ein Beispiel, welche Schäden eventuell nicht reguliert werden?

Typisch sind so genannte Schwelbrände. Der Versicherer verpflichtet sich in seinen Vertragsbedingungen, bei Brandschäden am Boot zu zahlen. Schmoren jedoch die Kabel durch und wird dadurch die elektrische Anlage beschädigt, stellen sich einige Gesellschaften von der Leistung frei. Schmoren ist nämlich genau genommen noch kein Brand.


Was versteht man bei der Bootskasko-Police unter der Einzelgefahrendeckung?

Wenn die Bootsversicherung Einzelgefahrendeckung anbietet, dann sind nur die Gefahren versichert, die in den Versicherungsbedingungen Punkt für Punkt aufgezählt sind. Tritt ein Schaden ein, muss der Kunde seinem Versicherer beweisen, dass der Fall zu Risiken gehört, die in den Versicherungsbedingungen der Bootsversicherung aufgeführt sind.


Ist die Einzelgefahrendeckung für den Kunden einfacher zu handhaben?

Nicht unbedingt. Er muss im Gegensatz zur Allgefahrendeckung nämlich nicht nur darauf achten, wo die Ausschlüsse bei seiner Yachtversicherung sind. Wichtig sind auch die vereinbarten Einschlüsse. Beispiel: Sind Schädigungen durch den Einschlag von Blitzen nicht ausgeschlossen, muss das nicht heißen, dass sie automatisch in die Bootsversicherung eingeschlossen und damit versichert sind. Dafür müssen diese Risiken dann noch explizit bei den versicherten Risiken aufgeführt werden.


Was ist der entscheidende Unterschied zwischen Allgefahrendeckung und Einzelgefahrendeckung?

Bei der Allgefahrendeckung ist bei der Anerkennung des Schadens der Versicherer in der Pflicht. Er muss beweisen, dass er das Risiko in den Versicherungsbedingungen seiner Yachtversicherung nicht ausgeschlossen hat. Bei der Einzelgefahrendeckung liegt die Beweispflicht beim Kunden. Er muss den Einschluss des Risikos in die Wassersportversicherung nachweisen.


Ist die deshalb nicht sogar Einzelgefahrendeckung nachteilig für den Kunden?

Nein. Sie hat durchaus ihre Berechtigung. Mit der Einzelgefahrendeckung kann der Kunde ein Risiko ganz gezielt abdecken, dass ihm bei der Allgefahrendeckung eventuell "durchgerutscht" wäre, weil es nicht in den Versicherungsbedingungen steht.


Für welche Bestandteile am Boot gilt der Schutz einer Bootskasko-Police?

Die Bootsversicherung leistet für Schäden an dem Boot. Eingeschlossen sind auch die Maschine und die technische Ausrüstung sowie das Inventar. Werden Beiboote oder Zubehör beschädigt, zahlt die Police ebenfalls. Lagerböcke und Trailer müssen dauerhaft zum Boot gehören. Dann gilt der Schutz auch für sie.


Welche Versicherungssumme sollte bei dieser Bootsversicherung vereinbart werden?

Wie bei allen Bootsversicherungen muss die Versicherungssumme dieser Yachtversicherung ausreichend hoch sein. Bei einer Bootskasko-Police sollte sie dem Wert des Bootes entsprechen. Dieser so genannte Versicherungswert wird auch als feste Taxe bezeichnet. Gewährleistet ist so, dass der Bootseigner bei einem Totalverlust seines Bootes oder seiner Yacht auch die Summe erhält, die im Vertrag festgelegt wurde. 


Gibt es durch diese feste Taxe etwa gar keinen Zeitwertabzug?

Doch. Die feste Taxe bei dieser Yachtversicherung ist kein Garant dafür, dass der Versicherer zu jeder Zeit und bei jedem Totalschaden den Neuwert des Bootes zahlt. Einige Gesellschaften vereinbaren die feste Taxe verbindlich nur für einen begrenzten Zeitraum.


Wie regulieren Gesellschaften, wenn der Zeitraum für die feste Taxe verstrichen ist?

Dann prüfen sie im Schadensfall, ob die vereinbarte Versicherungssumme und aktueller Wert der Yacht oder des Bootes noch übereinstimmen. Gibt es dabei eine Abweichung, die mehr als 10 Prozent, manchmal 15 Prozent beträgt, machen sie beim Schadensersatz auch schon mal Abzüge. Dann bekommt der Kunde weniger als die zwischen ihm und dem Versicherer vereinbarte Versicherungssumme. Weil er dennoch über die ganze Laufzeit die vollen Beiträge bezahlt hat, sollte er sich schützen. Eine
gute Möglichkeit ist es, den Wert des Bootes in regelmäßigen Abständen vom Versicherer prüfen
zu lassen. Treten Abweichungen auf, wird die Versicherungssumme im Vertrag angepasst.


Gilt der Schutz aus der Bootskasko-Police nur für Deutschland?

Das kommt darauf an, was im Vertrag über diese Bootsversicherung vereinbart wurde. Wie bei anderen Bootsversicherungen auch,, kommt in die Police das Fahrtgebiet. Das können deutsche Seen oder die Ost- und Nordsee sein. Auch europäische Binnengewässer sind als Fahrtgebiet für Bootsversicherungen möglich. Bei allen Bootsversicherungen sind Kunden frei, sich weltweit abzusichern. Nur in den Bootsversicherungen muss es stehen.


Darf das Boot auch mal außerhalb des Fahrtgebiets shippern?

Ja. Auch Ein gelegentliches Überschreiten des vereinbarten Fahrtgebiets wird bei den Bootsversicherungen geduldet. Der Kunde muss es dem Anbieter seiner Bootsversicherungen umgehend melden. Seinen Schutz verliert er dann nicht.


Wie leistet die Bootskasko, wenn das Boot wird außerhalb des Wassers transportiert wird?

Bei Transporten des Bootes besteht Versicherungsschutz aus Bootsversicherungen, wie etwa der Wassersportversicherung. Ganz gleich, ob der Transport auf dem Land oder einem Fluss abläuft oder das Boot getrailert wird, Bootsversicherungen leisten. Der Schutz der Bootsversicherung gilt innerhalb Europas und im Fahrtgebiet, das in der Wassersportversicherung erfasst ist. Das Transportmittel muss laut Bedingungen der Bootsversicherung für den Transport des Bootes oder der Yacht geeignet sein.

Gibt es Schadensersatz aus der Bootsversicherung , wenn das Boot sinkt und geborgen werden muss? Ja. Mit der Bootskasko-Police ist dieses teure Risiko abgedeckt. Wenden sich Bootseigentümer an Helfer, um noch größeren Schaden zu vermeiden, zahlt die Bootsversicherung auch die Kosten für diese Dritten. Das gewährt die Wassersportversicherung sogar, wenn der Einsatz der Hilfskräfte keinen Erfolg bringt.


Wer kommt dafür auf, wenn das Wrack beseitigt werden muss?

Nach einem Totalschaden oder einer Bergung muss das Wrack, beseitigt werden. Das zahlt die Bootsversicherung. Die dafür fällige Summe wird von der Wassersportversicherung nicht auf die Versicherungssumme angerechnet. Sie schmälert den Schadensersatz für das verlorene Boot aus der Kasko also nicht.


Gilt die Police weiter, wenn ein neues Boot gekauft wurde?

Nein. Bootsversicherungen gelten in der Regel für ein bestimmtes Fahrzeug. Hat es einen Totalschaden, ist die Wassersportversicherung hinfällig. Für eine neues Boot oder eine neue Yacht müssen neue Bootsversicherungen abgeschlossen werden.


Was ist nach einer Grundberührung zu tun?

Läuft das Boot auf Grund, muss es danach intensiv auf Schäden inspiziert werden. Das gilt auch,
wenn es keine sichtbaren Beschädigungen gibt. Die Wassersportversicherung verlangt das. Denn verdeckte und unentdeckte Risse können sich später zu großen Schäden auswachsen und kommen die Bootsversicherung teuer.


Wer übernimmt die Kosten, wenn Boot oder Yacht nach Grundberührung inspiziert werden müssen?

Die Kosten für die Begutachtung nach einer Grundberührung übernimmt die Bootskasko-Police.


Was passiert, wenn das Boot eine Panne hat?

Bei diesen Notfällen leistet die Bootskasko-Versicherung bis zu 10.000 Euro für alle Aufwendungen. Voraussetzung für die Leistung aus der Wassersportversicherung ist, dass während der Notsituation unmittelbar keine Gefahr bestand. Gezahlt wird für Schleppkosten zum nächsten Reparaturort. Auch für die Lieferung von Öl, Benzin, Akkus oder Ersatzteilen kommt die Bootsversicherung auf.


Sind Schäden wegen Konstruktions- oder Materialfehlern beim Ersatz ausgeschlossen?

Nein. Schäden aus Bau-, Fabrikations- oder Materialfehlern sind von der Deckung der Wassersportversicherung umfasst. Das gilt auch für Schäden nach einem normalen Gebrauch oder durch Abnutzung. Wichtig ist jedoch, dass die Schäden durch diese Fehler oder durch die Abnutzung entstanden sind. Kosten für die Teile selbst werden von der Wassersportversicherung nicht
erstattet.


Was gilt für den Ersatz von Schäden, wenn das Boot während der Überwinterung, etwa in einer Werft, liegt?

Wird ein Boot gelagert und dabei beschädigt, ist auch das ein Fall für die Kasko-Police. Dafür muss das Wasserfahrzeug an einem gesicherten Ort stehen. Eine Werft ist ein solcher gesicherter Ort. Auch eine Lagerhalle in einer Marina wäre ein solcher Platz. Auch Inventar und Ausrüstung sind während eines Winterlagers an gesicherten Plätzen mitversichert, selbst wenn sie sich außerhalb der Yacht befinden.


Es gibt Schäden, die entstehen durch Unachtsamkeit oder grobe Fahrlässigkeit des Halters selbst. Ist der Versicherer hier von der Leistung frei?

Nein, nicht vollkommen. In der Regel wird in diesen Fällen die Leistung gekürzt. Und zwar nach dem Verhältnis, in dem der Grad der Verschuldung zum Schaden steht. Viele Bootsversicherungen verzichten auf die Einrede grober Fahrlässigkeit. Das gilt bis zu Schadenssummen von insgesamt 10.000 Euro.


Kann ein Bootshalter Kosten für die Prämien sparen, wenn er eine Selbstbeteiligung vereinbart?

Ja. Das ist möglich. Beteiligt sich der Eigentümer finanziell bis zur Höhe des abgemachten Selbstbehalts, sinken Prämien. Wie hoch die Selbstbeteiligung ist, kann mit dem Versicherer individuell ausgemacht werden. Fällig wird der Selbstbehalt je Schaden. Er baut sich also nicht jährlich bis zur vollen Summe auf, um dann für die Folgeschäden im Rest eines Versicherungsjahres zu entfallen.


Gibt es auch Schäden, an deren Regulierung sich der Halter des Bootes nicht mit seinem Selbstbehalt beteiligen muss?

Ja. Erleidet die Yacht einen Totalschaden, muss sich der Eigner nicht mit seinem Selbstbehalt an der Entschädigung beteiligen. Auch für Schäden bei einem Transport kommt die Bootsversicherung in voller Höhe alleine auf. Das gleiche gilt, wenn jemand Drittes mit dem stillgelegten Boot kollidiert und es dabei beschädigt. Die Kosten für den Ersatz bei Einbruchdiebstahl trägt der Versicherer ebenfalls, genau wie die Folgen von Blitzschlag, Brand oder Inspektion nach einer Grundberührung.