So investiert man 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro?

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Ihre Anlagestrategie als Antwort auf das Zinstief - für echten Vermögensaufbau

 Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen oder auch die Einordnung einzelner Wertpapiere basieren meist auf der Betrachtung der Vergangenheit und setzen die bisherigen Ergebnisse als Trendlinie in die Zukunft fort. Der sog. "Track record" oder die Historie einer Geldanlage im aktuellsten fünf oder 10-Jahres-Zeitraum liefert dann die ersten Hinweise darauf, ob Investmentkategorien grundsätzlich als vorteilhaft eingeordnet werden können. 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro anlegen sollte keinesfalls ungeplant und intuitive erfolgen.

Begleiten Sie uns deshalb am besten anfangs über drei der sehr beliebten Anlagekategorien für das Anlegen von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro, die sich gerade in den letzten beiden Jahren enorm verändert haben. Die Niedrigzinsphase wurde voll umfänglich umgesetzt. Erstaunlich dabei: Die Anlegerinnen und Anleger halten über 536 Milliarden Euro (!) in einer Anlageform, die garantiert eine negative Rendite bzw. Wertverzehr bietet. Doch lesen Sie selbst:

1. Einlagen privater Haushalte auf dem immer noch sehr beliebten Sparbuch

Zum Anfang des Jahres 2007 bot diese Anlageform noch Zinsen von 2,20 Prozent. 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro hätten damit noch halbewegs ertragreich angelegt werden können. Schon knapp ein Jahr später zeigt die Phase sinkender Zinsen ihr unfreundliches Gesicht und es ist ein kontinuierliches Abschmelzen der Zinsen zu beobachten. 5.000 Euro anlegen, 10.000 Euro anlegen oder 20.000 Euro auf einem Sparbuch zu halten warren dann schon fast unverantwortlich. Die offizielle Statistik Ende des Jahres 2016 wies nur noch eine Rendite von 0,24 % auf diese Anlageform. Wer Anfang des Jahres 2006 10.000 Euro dort anlegte, der konnte sich (vor Steuern) in den ersten fünf Jahren auf insgesamt 1.003,03 Zinsen freuen, das Investment ist auf ca. 11.003,-- Euro gestiegen. Ähnlich schlecht sieht der Vergleich für 10.000 odert 20.000 Euro aus. 

2. 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro Investment: Investition in deutsche Aktien (Beispiel DAX 30) sinvoll?

Das Deutsche Aktieninstitut untersucht die Rendite der Aktien exemplarisch und gibt regelmäßig eine interessante Renditetabelle heraus. Auf die durchschnittlich hohen Renditen der Aktien werden wir später bei Anlagehinweisen für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro noch zurückkommen, doch zeigt sich folgende Tendenz über fast alle Anlagezeiträume: Mit Ausnahme von sehr seltenen Kurseinbruchsphasen wie am 11. September 2001 oder der Banken-Krise 2008 konnten sich die Anleger von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro über eine stets hohe Rendite freuen. Für den Zeitraum von fünf oder zehn Jahren bis zum gleichen Vergleichsdatum (dem Jahreswechsel 2016/2017 für den 10 Jahres-Zeitraum) ergaben sich folgende interessanten Werte: Eine 10.000 Euro Anlage wäre im gleichen Zeitraum auf 37.727 Euro gestiegen, in den ersten fünf Jahren immerhin von 10.000 Euro auf 13.193,-- Euro. Rechnen Sie g leich die Vergleichswerte für 5.000 und 20.000 Euro anlegen.

3. Extrem schwankende und letztendlich gute Aktie (Allianz) als Referenzbeispiel

Egal für welchen Zweck Sie die 5.000, 10.000 oder 20.000 und die Zinsen später benötigen, gilt. Sie sollten immer die Risikostreuung für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro betrachten: Wenn Sie das Geld nur in eine einzige Aktie investieren würden, dann können Sie zwar von der hohen Rendite profitieren, eine problematische Kursentwicklung würde aber ebenso auf die gesamte Wertentwicklung durchschlagen. Deshalb soll diese Betrachtung eines der weltweit renommiertesten Versicherer auch nur ein Rechen- und Nachdenkbeispiel sein, was auf 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro investiert in diesen einzelnen Wert geworden wäre. Wenn Sie nachrechnen möchten: Die Allianz-Aktie hat die Wertpapierkennnummer 840400 und notierte am 03.01.2007 zu 157,90 Euro, fiel bis zum 01.01.2012 auf 77,63 Euro und holte dann bis zum 03.01.2017 auf 157 Euro auf. Damit ergibt sich eine enorme Kurssteigerung - egal ob Sie 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro angelegt haben, allerdings nur für den zweiten Fünfjahreszeitraum: Hier konnten Sie den Wert binnen fünf Jahren beinahe verdoppeln.

Für alle Betrachtungszeiträume für die Anlage von 5.000 Euro, 10.000 Euro oder 20.000 Euro ergibt sich, dass Sie für jede Allianz-Aktie eine jährliche Dividende erhalten. Im Jahr 2007 (dem ersten Jahr des zehnjährigen Betrachtungszeitraums) waren dies immerhin 5,50 Euro pro Aktie. Bei 5.000 Euro Investment hätten sie für die 31,66 Allianz AG Aktien knapp über 174 Euro erhalten. Die Dividende stieg ab 2010 weiter an, so dass bei einem ursprünglichen Investment in 31,66 Allianz AG Aktien im Jahr 2016 eine Jahresausschüttung von 231,11 (bei ursprünglichem Einsatz von 5.000 Euro) zu verbuchen wären. Im Schnitt kann gesagt werden, dass die Allianz AG Aktie jährlich zwischen 3,7 und 4,9 % Jahresausschüttung (zusätzlich zur Kursentwicklung) ausbezahlte. Weiterer Vorteil: Abgesehen von den vielleicht zu hohen Gebühren von Filialbanken gibt es bei dem Aktieninvestment keine Abstufung: Jeder Investment-Euro ist gleich viel wert! Der Anleger, der 20.000 Euro oder 10.000 Euro investiert spielt im Bezug auf seine realisierbare Rendite in der gleichen Liga wie die Anleger größerer Summen. Die Jahresdividenden bzw. auch die Kurssteigerungen werden im Depot durch die Multiplikation der Stückzahlen mit dem jeweiligen Ereignis sichtbar. Ähnlich fair und attraktiv für die Anlagen von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro ist auch die Investition in Fonds: Diese berechnen die Gebühren direkt proportional zum angelegten Betrag, so dass der kleinere Anleger keinen Performance oder Wertentwicklungsnachteil gegenüber denjenigen hat, die mehr investierebn.

4. In den Index investieren und alle Marktchancen für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro nutzen

Im abschließenden Kapitel werden wir Ihnen das Wertpapierdepot als Dreh- und Angelpunkt der Geldanlage von 5.000, 10.000 , 2000 Euro anlegen und höheren Beträgen näher vorstellen. Doch vorab: Die Wertentwicklung der Aktien können Sie auch dadurch nutzen, in dem Sie einen Fonds kaufen, der den Index möglichst genau nachbildet. Sind sie von der Performance der größten deutschen oder europäischen Unternehmen überzeugt, dann könnten Sie einen guten Fonds für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro anlegen in zwei Schritten finden: 

1.) Sehen Sie sich die Bewertungen der verschiedenen Fonds durch die Bewertungsagenturen wie FERI oder Morningstar an. Dann werden Sie sehen, dass es auch bei den großen Kapitalanlagegsellschaften, die an die Banken angegliedert sind, erhebliche Unterschiede in der Performance gibt. Auch wenn das Ziel bei der Anlage von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro immer ein überdurchschnittlicher Wertzuwachs ist.

2.) In einem zweiten Schritt können Sie sich visualisieren wie die Geldanlage für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro anlegen geschieht und wie Sie es organisieren können, dass mehr "Netto" bei der Geldanlage von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro ankommt. Seien Sie ein Kostenfuchs und bezahlen Sie bei 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro anlegen nur das, was Sie auch wirklich brauchen. Es gibt sie leider immer noch: Die Sparerinnen und Sparer, die nach einem einzigen Beratungsgespräch jahrelang den gleichen Fonds kaufen, der aus dem Hause der beratenden Bank kommt. Und vielleicht nicht immer die allerbeste Auswahl f+r 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro anlegen gewesen wäre. Ein Fonds ausgewählt mit Direktbroker oder aufgrund von Bewertungen ist im Einkauf günstiger und der Rendite oft höher. Denken Sie einmal daran, dass sie für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro genau den gleichen Fonds kaufen würden: Unabhängig davon, ob Sie den Fonds für 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro in der Bank oder beim Direktbroker kaufen, erfolgt das Investment in das gleiche Portfolio. Die Filialbanken ziehen einen sog. Ausgabeaufschlag ab, obwohl sie den Kaufauftrag (egal ob einen monatlichen Sparplan über 100 Euro oder die 10.000 Euro Einmalanlage) über ein ähnliches Ordersystem wie die Direktbanken leiten. Bei einem Ansparbetrag von 200 Euro pro Monat kann dies beo 3 % Ausgabeaufschlag eine Kostendifferenz von 72 Euro pro Jahr ausmachen zzgl. Erhöhter Gebühren für das Depot. Gerade für Berufsanfänger gilt: Aufgepasst, in Ihrem Berufsleben können locker mehr als 5.000 Euro überflüssige Kosten auftreten. Wenn Sie wirklich zielgerichtet und möglichst effektiv ansparen möchten, dann ist die Geldanlage über ein Depot einer Direktbank oder eines Brokers bzw. ein gebührenreduziertes Depot einer Bank die beste Möglichkeit für die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Die Benutzeroberfläche zeigt Ihnen stets die Wertentwicklung Ihrer 10.000 Euro, 20.000 Euro Geldanlage oder jedes beliebigen anderen Betrages.

Um die Attraktivität eines Fonds oder Indexfonds messen zu können sollten Sie sich am Besten die Rendite der letzten fünf Jahre oder zehn Jahre ansehen. Diese ist unter der Eingabe der Wertpapierkennnummer beispielsweise in einem der beliebten Finanzinformationssysteme wie beispielsweise bei morningstar.de, onvista.de, finanztreff.de oder auch bei Direktbrokern wie coomdirect.de sehr gut aufzufinden. Rechnen Sie aus wieviel aus 10.000 Euro anlegen geworden wäre.

Als Antwort auf das Zinstief kann deshalb zusammengefasst werden: Unternehmensbeteiligungen wie Aktien oder auch Depots, die mit Fonds gestreut werden, können einen echten Wertzuwachs ermöglichen, so dass Sparen auch in der "Jetzt-Zeit" und der derzeitigen Zinslandschaft wirklich sinnvoll ist.

Sie sind Entscheider Ihrer Finanzen: Übertragen Sie Ihr berufliches Engagement auf Ihre Finanzen

Zugegeben finde ich es immer noch etwas seltsam, wenn ein Mitarbeiter einer Bank den Reisepass oder Personalausweise bei Kontoeröffnung sehen möchte oder ich mich mit dem Videochat identifizieren soll. Davon sollten Sie sich aber nicht einschüchtern lassen: Der Bankmensch ist kein Beamter oder darf Ihnen gegenüber als Behörde auftreten. Aufgrund umfangreicher Aufzeichnungs- und vor allem Steuerabführungspflichten muss er die persönlichen Daten bis zur Steuernummer aufzeichnen - auch um später die Abgeltungsteuer auf die Kapitalerträge zahlen zu können. Dennoch gilt: Als Kunde können Sie selbstbewusst auftreten und nach der besten Lösung fragen. Sie sind der Entscheider, es geht um Ihr Geld.

Übertragen Sie deshalb Ihr berufliches Engagement und Ihr Momentum auf die Situation, in der Sie 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro anlegen! Dies ist insbesondere auch im internationalen Vergleich viel Geld, weshalb Sie eine volle Leistung verlangen dürfen. Bereiten Sie sich entweder auf das Gespräch in der Bank gut vor oder stellen Sie sich die entscheidenden Fragen vorab. Sie werden staunen, wie gut Sie dann mit einem Depot eines Direktbrokers oder mit telefonischer Interstützung die Geldanlage gestalten können - ohne die exorbitant hohen Gebühren des obsolet werdenden Filialsystems zahlen zu müssen.

Über folgende Kernfragen sollten im Mittelpunkt Ihrer Vermögenszuwachsplanung stehen. Bei der Beantwortung der Fragen gibt es dabei kein "richtig" oder "falsch", sondern lediglich die Frage ob die gewählte Strategie auch wirklich zu Ihren Anlagezielen und Ihnen selbst wirklich passt. Für jede Ausprägung der Antwort gibt es die passenden Investmentmöglichkeiten, mit denen Sie die optimale Kombination aus Rendite & Ertrag, Bindungsdauer und Risikostreuung finden können:

Zuerst: Wie viel muss wann liquide sein?

Diese Frage ist deshalb von hoher Bedeutung, weil eine sehr hohe Flexibilität sich leider sehr oft auch in einer niedrigeren Rendite widerspiegeln kann. Der Kauf von Aktien oder breit gestreuten Aktienfonds ist wegen der unweigerlich damit verbundenen Handelskosten nur in den seltensten Ausnahmefällen bei einer sehr kurzen Haltedauer sinnvoll bzw. ertragreich.

Ein weiterer Nutzen des Gedankens möglichst hoher Rendite bei gleichzeitiger Vermeidung von zu hohen Kosten oder unverzinsten Bodensätzen: Sie können die Kommunikationsmechanismen so manches Marktteilnehmers durchschauen. Manche raten immer noch dazu, zwei bis drei Monatsgehälter praktisch unverzinst als Bodensatz für theoretisch gedachte sofortige Ausgaben bereitzuhalten. Wenn Sie mal überschlagsmäßig rechnen, dann kostet Sie ein Bodensatz beispielsweise von 4.000 Euro im Jahr einen Zinsverlust von 120 Euro pro Jahr bei einer Vergleichsrendite von 3 %. Besser ist es bei bereits bestehenden Wertpapieren oder Ansparen einen sogenannten Wertpapierkredit oder einen günstigen Dispo bei einer Bank als Reserve zu vereinbaren. Diese "notieren" zwar bei Kosten zwischen 7 und 11 % - aber nur für die Tage der tatsächlichen Inanspruchnahme. Schon bei dieser ersten Frage können Sie zudem den Gedanken verinnerlichen, dass ungenutztes Vermögen problematisch ist.

Wie hoch soll der Ertrag sein?

Je länger Sie ansparen möchten, desto bedeutender ist ein möglichst hoher Ertrag: Durch Wiederanlage bzw. den Zins-Zinseszinseffekt steigt das Gesamtvermögen nicht in einer geraden Linie an, sondern der jährliche Wertzuwachs steigt in aller Regel mit an, eben weil die höhere Substanz als Zins- oder Dividendengrundlage für das nächste Jahr oder den nächsten Abrechnungszeitraum genommen wird. Überlegen Sie sich ein Renditeziel und mit welchem Aufwand es erreicht werden soll. Eine gute Rendite mit Aktien oder einem breit gestreuten Aktienfonds (sh. Vorheriges Kapitel) oder mit einem Mix aus attraktiven Geldanlagen. Die Rendite ist tendenziell umso höher je länger der geplante Anlagezeitraum sein soll.

Welcher Zeitraum soll für den Vermögensaufbau zur Verfügung stehen?

Die Beantwortung dieser Frage ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn Sie 10.000 oder 20.000 Euro anlegen möchten: Falls Sie einen größeren Betrag sofort benötigen, dann können Sie diesen nicht einfach durch einen Dispokredit zwischenfinanzieren und diesen mit dem nächsten Gehaltseingang ausgleichen. Deshalb empfiehlt es sich in einem ersten Schritt eine kleine Liquiditätsreserve (beispielsweise durch einen Disporahmen oder Wertpapierkredit) bereitzuhalten und die weiteren Beträge dann möglichst langfristig anzulegen.

Überlegen Sie sich deshalb welchen Prozentanteil des derzeit anzulegenden Betrags Sie für wie viele Jahre anlegen möchten. Dabei kann durchaus das Ergebnis sein, dass ein Grundstock für eine Immobilienfinanzierung in fünf bis zehn Jahren benötigt wird und Sie zusätzlich eine private Altersvorsorge in Form von Wertpapieren aufbauen möchten. Sie könnten deshalb eine Liste anfertigen welche Beträge für wie lange angelegt werden sollen.

Einmalinvestment oder eine Art Ansparen mit regelmäßigen Einzahlungen

Für die Wahl der bestmöglichen Geldanlage ist auch der erwartete Zufluss von Geldern von Bedeutung. Wenn Sie monatlich ansparen möchten, dann sollte es sich um eine Form der Geldanlage handeln bei der Sie auch in kleinen Teilbeträgen zusätzlich einzahlen können und damit regelmäßig das Vermögen erhöhen können. 

Dagegen ist die Betrachtung, ob Sie die Erträge automatisch neu anlegen möchten oder sie in Fonds oder Geldanlagen mit jährlicher Ausschüttung investieren möchten eher theoretischer Natur. Persönlich finde ich ein auf das Giro- oder ein Referenzkonto überwiesene Jahresdividende psychologisch besser, weil man die Auszahlung auch direkt auf dem Konto sieht.

Von den Großen Lernen - wie institutionelle Anleger, Universitäten und Staatsfonds Geld anlegen

Der Staat Norwegen wird schon seit vielen Jahren wegen seiner marktwirtschaftlichen Orientierung bewundert. Zudem ermöglichen die hohen Öleinnahmen, dass der Staat für die Pensionen zukünftiger Generationen anspart. Und dies - wie ein Blick auf die Rendite zeigt - gar nicht unklug. Anders als die Deutsche Rentenversicherung Bund ist der norwegische Pensionsfonds im Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit sehr offen. Die Anlagen sind über einen Zeitraum von beinahe 20 Jahren öffentlich verfügbar (https://www.nbim.no/en/investments/). Die aktuelle Strategie lässt sich aufgrund der Größe und Diversifizierung von Privatanlegern und Fonds sicherlich nicht duplizieren, aber die Anlagekategorien zeigen: Dieser Fonds wird wahrscheinlich zu den Erfolgreicheren gehören. Der Aktienanteil beträgt beinahe zwei Drittel (64,9 %), festverzinsliche Wertpapiere standen am 31. März 2017 mit 32,9 % in den Büchern. Nicht börsennotierte Immobilieninvestments standen mit einigen wenigen Prozent in den Büchern. 

Die kurzfristige und langfristige Rendite dieses Fonds kann sich sehen lassen: Der Aktienanteil hatte im letzten Jahr eine Performance von 8,7 %, trotz der Niedrigzinsphase konnten die Festverzinslichen Wertpapiere einen Wachstumsbeitrag von 4,3 % leisten. Dass auch Büro- und Gewerbeimmobilien Renditeschwankungen unterliegen zeigt der Beitrag dieser Anlagekategorie im letzten Jahr, die unter 1 % Rendite lieferte. Die durchschnittliche Rendite des Gesamtfonds wird seit 1998 mit dem beeindruckenden Wert von immerhin 5,8 % angegeben! Von den großen Anlegern lernen heißt in diesem Zusammenhang: Ein hoher Aktienanteil ist ein guter Renditetreiber. Die Liste der Investments zeigt: Der Staatsfonds hat ein gutes Gespür für die großen börsennotierten Gesellschaften, die auch langfristig einen Wachstumsbeitrag leisten können.

Auf der Seite 32 der Unterlagen zur Jahrespressekonferenz (https://www.nbim.no/contentassets/41460fa6a42b4bd4a758429b90f80da2/2016-annual-report-press-conference.pdf) warnt der norwegische Staatsfonds sogar vor den negativen Realzinsen bei Festverzinslichen in Deutschland und England. Deshalb könnten Sie aus dem Erfolgsbeispiel ebenso lernen, dass in der

Im Umfeld der einer der amerikanischen Top-Universitäten ist ein Investmentunternehmen angesiedelt, welches das Stiftungsvermögen (Harvard endowment genannt) verwaltet. Obwohl es zwischendurch auch einmal Jahre mit vergleichsweise geringen Erträgen gibt, konnte der Fonds im Fünf- oder Zehn-Jahres-Zeitraum bis 2016 (http://www.hmc.harvard.edu/docs/Final_Annual_Report_2016.pdf) eine jährliche Rendite von 6,7 bzw. 6,9 % realisieren. Das Fondsvermögen verteilt sich auf Aktien verschiedener Regionen mit etwa 28 % Anteil, der Assetklasse der Privatinvestments/Platzierungen mit 20 %, Festverzinslichen Wertpapieren von 14,0 % und Immobilien von 14,5 %. Dieser Universitätsfonds gewichtet Immobilien im Vergleich zu anderen Fonds etwas höher, was zeigt: Es gibt nicht die eine, in allen Regionen und für alle Anleger erfolgreiche Anlagestrategie. Stattdessen bauen die Vermögensverwalter ihr Depot meist um einen ansehnlichen Aktienanteil herum auf und setzen dann die unterschiedlichen Schwerpunkte. Als Idee können Sie auch aus diesem Beispiel heraus mitnehmen: Unternehmensbeteiligungen sind ein langfristig gutes Investment, als Anleger sollte man deshalb die Hemmschwelle zu diesen Investments möglichst bald überwinden. 

Wenn Sie in Ihrem Depot ein Investment "nachbauen" möchten, welches breit in attraktive und renditestarke Aktien streut, dann könnten Sie einen Fonds auswählen, der in internationale Top-Unternehmen investiert. Exemplarisch für diese Fondsklasse steht der Multiple Opportunities R von der Kapitalanlagegesellschaft Flossbach von Storch, der ausweislich des aktuellen Berichts vom 30.06.2017 vieles von dem bereits verinnerlicht hat, was Sie als Anlegerin oder Anleger von Staats- oder Universitätsfonds lernen können. Der Fonds wird als wachstumsorientiertes Investment bezeichnet und konnte zwar wegen der Schwankungen an den Aktienmärkten im 1-Jahres-Zeitraum noch nicht überzeugen. Bot aber (Stand bei Redaktionsschluß/19.07.2017) eine Performance binnen 5 Jahren von knapp 49,33 %! An diesem Beispiel lassen sich auch allgemeingültige Kriterien für die Auswahl von Aktienfonds zeigen: Dieser Fonds ist von den vom Markt akzeptierten Ratingagenturen FERI und Morningstar jeweils gut bewertet, bei Morningstar beispielsweise mit einem Fünf-Sterne-Rating.

Die möglichen Anlageklassen für die Anlage von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro kurz erklärt

Bei den in einer normalen Zinsphase erhältlichen und sinnvollen Anlagevarianten des Tagesgeldes und Festgeldes handelt es sich um Anlagekonten (ähnlich wie Sparbücher), die bei den Banken auf Ihren Namen geführt werden. Das Tagesgeld kann jeden Tag vollständig wieder abgerufen werden, das Festgeld ist für einen bestimmten anfangs festgesetzten Zeitraum fest angelegt. Und kann während der ursprünglich vereinbarten Laufzeit auch nicht abgerufen werden.

Aktien sind für die längerfristige Anlage sehr gut geeignet und sind an sich - und entgegen landläufiger Meinung - gar nichts Schlechtes. Auf die Grundfunktion und den Sinn der Geldanlage "eingedampft" handelt es sich um eine Unternehmensbeteiligung deren Anlageziel das Substanzwachstum und das Auszahlen einer jährlichen Dividende sind. Dabei gibt es Papiere mit einem geringen Risiko und stabilen Aufwärtstrend (wie die BMW- oder Allianz-Aktie), aber auch Aktien von exotischen Unternehmen in fernen Ländern. Für den Aufbau eines Vermögens aus 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro eignen sich insbesondere Aktienfonds oder auch bei monatlicher Zuzahlung Aktiensparpläne mit denen Sie regelmäßig in eine Aktie einzahlen.

Die Anlageklasse der Rohstoffe ist eine Welt für sich und erfordert einen erheblichen Zeitaufwand beim recherchieren der aktuellen Nachfrage- und Angebotsentwicklungen ebenso wie bei externen Faktoren wie Wetterphänomene oder aber auch das sich ändernde Verbraucherverhalten. Zucker, Orangensaft oder Kaffee sind an sich ganz unterschiedlich und eignen sich in manchen Depots in Form eines Fonds als Beimischung. Wenn Sie aber kein Nahrungsmittelproduzent sind und nicht ihren zukünftigen Rohstoffbedarf absichern müssen, dann sind Rohstoffe kein geeignetes Medium für die Anlage von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro.

Inflationsgestützte Anlagen sind ein interessantes Instrument um Werte oder Einnahmenströme auch in Phasen einer anziehenden Inflation gut absichern zu können. Der eine oder andere Mittelständler schätzt Preisgleit- oder auch Inflationsklauseln in gewerblichen Mietverträgen: Mit ihnen entfällt das jährliche Neuverhandeln der Miete, da die Preiserhöhungen an einen Index gekoppelt werden. Ähnliches gibt es bei Zinspapieren in einer etwas anderen Form: Damit die Anlegerinnen und Anleger die Vorteile anziehender Inflation oder auch Zinsen in ihren Depots bzw. den Erträgen spüren können wird folgende Zinsvereinbarung getroffen: Es wird kein absolut und unveränderlich festgelegter Zins verwendet (wie beispielsweise ein Kupon von 1,25 % für jeden Zeitraum der Laufzeit). Stattdessen wird eine variable Zinsvereinbarung getroffen, die meist aus zwei Bestandteilen besteht: Einer Art " Grundzinssatz" wie beispielsweise einem gängigen Interbankenzinssatz oder dem Leitzins. Auf diesen Zinssatz wird eine Komponente addiert, wie beispielsweise 0,25 Prozent. Zieht die Inflation an, so wird sich dies auch in den Zinsen widerspiegeln. Die Anpassung der Zinsen an den neuen, höheren Wert sorgt dann dafür, dass das verzinste Wertpapier weiterhin attraktiv bleibt.

Bei Immobilienanlagen sollten Sie zwischen derjenigen Immobilie unterscheiden, die Sie selbst nutzen oder bewohnen oder auch der Immobilie mit Geldanlage- bzw. Investmenthintergrund. Eine Investition beispielsweise in einen geschlossenen Immobilienfonds ist mit dem Nachteil verbunden, dass es - nach einer Gesetzesänderung aufgrund der Immobilien- und Finanzkrise 2008 - durchaus zu Wartezeiten kommen kann. Und deshalb gerade bei dringenden Auszahlungen die Wartezeit für das Zurückholen des Investments aus 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro vergleichsweise lang sein kann.

Auch der Nachholbedarf bei Investitionen in staatliche Infrastruktur könnte interessante Investmentchancen bieten. Entweder über eine Aktienanlage direkt bei den Firmen, die die staatlichen Aufträge ausführen oder aber über entsprechende Fonds mit einem Branchenschwerpunkt auf den Bau- oder Infrastruktursektor. Indirekt können Sie ein ähnliches Investment auch über den Kauf von bewährten Aktien der großen Versicherer wie der Allianz AG mit in Ihr Depot aufnehmen: Diese Unternehmen realisieren Rendite auch durch Infrastrukturinvestments oder profitable Kooperationsprojekte zwischen der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft. 

Die ersten Schritte für die 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro Geldanlage

Sobald Sie sich die Gedanken über die wesentlichen Fragen und Zielsetzungen der Geldanlage (wie oben beschrieben) gemacht haben, sind Sie einen wesentlichen Schritt weiter und werden die Rendite der nicht nachdenkenden (Festgeld-) Kunden wahrscheinlich um Längen schlagen. In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, dass Aktien oder Investmentfonds aufgrund des Diebstahlsrisikos und der komplizierten Einreichung von Dividendenscheinen oder Kupons für die Auschüttung des Jahresergebnisses nicht mehr als Urkunden ausgegeben werden, sondern in einem Depot verwahrt werden. Dies sichert auch den jederzeitigen Kauf oder Verkauf, ohne dass Urkunden erst auf dem Postweg in die Bank gebracht werden müssen. Weiterer Vorteil: Sparverträge und monatliche Einzahlungen sind nicht nur in "ganzen" Stückzahlen möglich, denn es werden auch Nachkommastellen verbucht.

Beim Wertpapierdepot kommt es neben möglichst geringen Kosten auch auf eine schnelle Erreichbarkeit an. Deshalb sollten Sie in einem ersten Schritt mit der Anlage einer einzigen Wertpapierart auf dieser Anlagedrehscheibe beginnen. Sehen Sie sich an, ob Ihnen die Navigation im Internet-Angebot gefällt und ob auch ein engagierter Kundenservice über das Telefon erreichbar ist.

Die meisten Online- und Direktbrokern bieten entweder bei ausgewählten Fonds oder einem breiten Sortiment Sparverträge mit monatlicher Einzahlung an. Da diese jederzeit geändert, ausgesetzt oder beendet werden können lässt sich hier der Vorteil der Geldanlage in Wertpapiere mit einer hohen Rendite mit hoher Flexibilität verbinden. Da seit 2009 alle Banken und Broker auch die Berechnung und Bezahlung der Abgeltungssteuer vornehmen brauchen Sie sich um die Überweisung dieser Beträge nicht zu kümmern.

Wenn Sie selbstbewusst anlegen möchten, dann können Sie sich - aus reinem Interesse und Neugier - beim nächsten Besuch in der Filiale auch mal die Formensprache der Architektur und insbesondere Möblierung ansehen. Besonders bei einer roten Bankengruppe wird Ihnen in einer renovierten Filiale Folgendes auffallen: Der hohe Armlehnenstuhl und die kleinen Besucherstühlchen verbreiten ebenso wie das gesamte Setup (wenig Einsichtsmöglichkeit in den Bildschirm, kaum Ausdruck von Grafiken oder wissensschaffenden Unterlagen) eine Atmosphäre des Machtgefälles. Die Filialbank spielt damit mit dem optischen Bild der überlegenen Bank und des nicht selbstbewussten Kunden. Ähnlich wie die früher so gern genutzten Marmorhallen der großen Regionalfilialen.

Damit soll die Architektur und Formensprache vergessen machen, dass der Gesetzgeber Ihnen als Kunden in den letzten Jahren enorm den Rücken gestärkt hat. Die Bank muss Sie - anders als früher - detailliert über alle Provisionserträge und Interessenskonflikte aufklären. Allerdings erst auf Nachfrage. Erst mit diesen - teilweise erheblichen Kostenkomponenten - können Sie sich ein voll umfängliches Bild der Geldanlage machen , was die traditionelle Bank möglichst zu vermeiden sucht.

Nach dem ersten Schritt für die Anlage von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro könnten Sie je nach Anlagehorizont und Risikobereitschaft wie folgt vorgehen: 

+ Investieren Sie etwa ein Drittel bis vierzig Prozent in einen guten, breit gestreuten Aktienfonds - unter Beachtung der bisher erzielten Rendite. Da bei der Anlage von 40 Prozent von 10.000 oder 20.000 Euro die Mindestgebühren vernachlässigt werden könnten, könnten Sie in zwei Teilen im Abstand von einer Woche investieren. Dann würden Sie nicht den Gesamtbetrag an einem Tag investieren, der vielleicht ein Tag mit einer Aufwärtsschwankung ist und durch das teilen einen günstigeren durchschnittlichen Einstiegskurs bekommen. Sie würden die Tagesschwankungen also etwas abglätten.

Ähnlich funktioniert ja auch die Idee des monatlichen Investments bzw. der monatlichen Einzahlung: neben der Tatsache, dass Sie aus laufendem Einkommen sparen sind das Erzielen von nicht extremen Einstiegskursen und ein möglichst langer Zins- und Zinseszins-Effekt Ziele der Geldanlage von 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro.

In der Zusammenfassung kann deshalb gesagt werden, dass sich Zeit- und Gedankeninvestment in die Geldanlage lohnen und im Endeffekt durch das Plus an Rendite und weniger Kosten belohnt werden können. Beginnen Sie mit einem Aktienfonds oder gestreuten Aktieninvestment von 40 % und sehen sich die Wertentwicklung drei Monate lang immer zum Monatswechsel an, um ein Gefühl für den Wertzuwachs zu bekommen.