Geld anlegen in Anleihen - Das Wichtigste im Überblick!

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Dadurch zeichnen sich Anleihen aus

Der Käufer einer Anleihe erwirbt im Gegensatz zur Aktie nicht den Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens, sondern gewährt der Firma einen Kredit. Somit handelt es sich bei dieser Geldanlage um ein so genanntes Forderungspapier, welches dem Besitzer ein Recht auf die Rückzahlung des geliehenen Betrages inklusive vereinbarter Zinsen einräumt. Geld anlegen können Interessenten auf diese Weise mit Pfandbriefen und Staatsanleihen - Privatkredite gehören hingegen nicht zu dieser Gattung von Wertpapieren. Anleihen zum Geld anlegen stehen auf dem nationalen und internationalen Markt zur Verfügung. Bei erstgenannter Variante befindet sich der Emittent im Inland, während dieser seinen Sitz bei der zweiten Option im Ausland hat. Bezüglich der internationalen Anleihen wird auf dem Finanzsektor zwischen Auslandsanleihenmärkten und dem Euromarkt unterschieden.


Worauf muss man als Anleger beim Kauf von Anleihen achten?

Sie sollten sich unbedingt den Emittenten anschauen. Dieser gibt die Anleihe aus und ist gleichzeitig der Schuldner, also für die Zahlung der Zinsen und die Rückzahlung des Geldes verantwortlich. Emittenten mit guter Bonität wir große Konzerne oder Staaten, geben Anleihen als Finanzierungsinstrument auf. Aktuell bewegen sich die Zinsen, je nach Bonität des Emittenten bei 0% bis 4% p.a. Sollten Sie auf höhere Renditen stoßen, ist auf jeden Fall eine zweiter und dritter Blick notwendig.

Tipp
Wird in Anleihen mit Dingen wie "Grüne Rendite", "nachhaltige Erträge" oder anderen "blumigen Ausdrücken" geworben, sollten Ihre Alarmglocken angehen. Anleger investieren mit Anleihen niemals in direkte Investitionsprojekte, sondern immer über ein Vehikel, wie z.B. einem Emittenten. Allein auf die jeweilige Bonität kommt es an, inwiefern Zinsen und Rückzahlung bedient werden können. Viele Anleger mussten durch "Prokon" oder "German Pellets" sehr negative Erfahrungen machen und haben mit "grünen Renditen" viel Geld verloren.

Wird in Anleihen mit Dingen wie "Grüne Rendite", "nachhaltige Erträge" oder anderen "blumigen Ausdrücken" geworben, sollten Ihre Alarmglocken angehen. Anleger investieren mit Anleihen niemals in direkte Investitionsprojekte, sondern immer über ein Vehikel, wie z.B. einem Emittenten. Allein auf die jeweilige Bonität kommt es an, inwiefern Zinsen und Rückzahlung bedient werden können. Viele Anleger mussten durch "Proton" oder "German Pellets" sehr negative Erfahrungen machen und haben mit "grünen Renditen" Geld verloren.


Diese Formen der Anleihe stehen Anlegern zur Auswahl

Anlegern stehen heute unterschiedliche Arten jener Geldanlage zur Verfügung. Bei der großen Auswahl an Anleihen kann die Entscheidung für eine bestimmte Form des Wertpapiers jedoch schwer fallen. Aus diesem Grund sollten sich Interessenten im Vorfeld genauestens mit den gängigsten Arten dieser Geldanlage auseinandersetzen.

Tipp
Sie erhalten von den Banken und ihren Beratern die jeweiligen Prospekten zu den angebotenen Anleigen. Hier sollten Sie auf jeden Fall mögliche Risiken erkennen können. Fragen Sie die Berater, was es mit den einzelnen Punkten im Anleihe Prospekt auf sich hat und unter welchen Bedingungen, sich die Geldanlage negativ entwicklen könnten.

Standardanleihen

Hierbei handelt es sich um die geläufigste Anlageform. Diese zeichnen sich durch eine fixe Verzinsung über die gesamte Laufzeit hinweg aus.

Nullkuponanleihen

Diese Wertpapiere verfügen über keinen Zinskupons. Der Ertrag des Gläubigers ergibt sich hier ausschließlich aus der Differenz zwischen Emissions- und Rückzahlungskurs.

Tilgungsanleihen

Diese Anleihen verfügen über einen festen Kupon, welcher über einen im Voraus bestimmten Zeitraum zurückgezahlt wird. Hierbei wird im Vorfeld oftmals eine tilgungsfreie Zeit festgelegt. Danach erfolgt in regelmäßigen Intervallen eine Auslosung, die festlegt, welcher Zeichner des Wertpapiers sein Geld erhält.

Annuitätenanleihen

Bei der Rückzahlung dieser Anleihen bleibt der Betrag bis zum Ende der Laufzeit gleich. Die Geldsumme setzt sich aus einem Teil der Tilgung sowie aus dem Kupon zusammen.

Ewige Renten

Diese Form des Wertpapiers muss vom Emittenten nicht getilgt werden. Die Anleger erzielen lediglich durch die Verzinsung oder den Kupon Gewinne. In diesem Kontext ist auch die Möglichkeit der Zero-Perpetuals - eine Kombination aus Perpetuals und Nullkuponanleihen - zu erwähnen. Hierbei handelt es sich um Anleihen, die über keinen Kupon verfügen und nicht getilgt werden.

Anleihen mit variablem Nominalzins

Bei diesem verzinslichen Wertpapier wird die Höhe der Zinsen während der Laufzeit des Vertrages stetig angepasst. Zur Orientierung ziehen die jeweiligen Finanzinstitute hierbei Geldmarktsätze wie den LIBOR (= London Interbank Offended Rate) sowie den europäischen Zinssatz EURIBOR (= European Interbank Offered Rate) heran.

Stufenzinsanleihen

Bei diesem Wertpapier ändert sich der Zins im Zuge der Laufzeit. Die Anstiegsrate desselben wird dabei allerdings bereits bei der Emission festgesetzt. Hierbei unterscheidet der Finanzsektor Step-Down-Wertpapiere mit fallendem und Step-Up-Anleihen mit steigendem Kurs.

Anleihen mit Step-Up-Kupon

Diese Art der Anleihe zieht zur Bestimmung der Höhe von Zinszahlungen die Wertung von Rating-Agenturen als Orientierung heran - hierbei wird insbesondere den Ratings von Moody's und Standard & Poor's Bedeutung beigemessen. Bei einer niedrigen Bewertung der Anleihe sind in der Regel hohe Zinsen zu erwarten.

Inflationsgebundene Anleihen

Diese verzinslichen Wertpapiere stellen eine Protektion gegen das Inflationsrisiko dar. Die Nominale dieser Anleihe wird der Inflation angepasst.

Zwangsanleihe

Hierbei handelt es sich um eine Staatsanleihe, deren Zeichnung das Gesetz verpflichtend vorschreibt.


Die Eigenschaften der wichtigsten Anleihen auf einen Blick

Staatsanleihen

Bei jenen Anleihen fungiert der Staat als Schuldner - es besteht in einigen Fällen auch die Möglichkeit, dass staatlich organisierte Gebietskörperschaften oder öffentliche Unternehmen diese Funktion übernehmen. Die Vorteile jenes verzinslichen Wertpapiers sind prinzipiell in der breiten Streuung, der hohen Fungibilität sowie im uneingeschränkten Handel zu finden. Bei der Messung der Bonität des Schuldners werden Staatshaushalt und das Länderrisiko zur Ermittlung des Wertes herangezogen. Im Gegensatz zu den übrigen, Anleihenschuldnern sind im Übrigen Staaten nicht insolvenzfähig. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass es zu einem Staatsbankrott oder Moratorium, was auch einen Einfluss auf die Anleihen hat, kommt.

Wandelanleihen

Wandelanleihen räumen dem Käufer die Möglichkeit ein, die Anleihe, welche sich in dessen Besitz befindet, zu einem bestimmten Anteil gegen Aktien des Emittenten einzutauschen. Ist dies nicht der Fall, muss zum Ende der Laufzeit des Wertpapiers eine Rückzahlung stattfinden. Der Nominalzins jenes Wertpapiers liegt in den meisten Fällen unter dem geläufigen Zinssatz auf dem Kapitalmarkt. Vor der Emission muss im Übrigen ein Hauptversammlungsbeschluss mit einer Dreiviertelmehrheit gegeben sein. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Aktionären ein rechtlich untermauertes Bezugsrecht zusteht. Damit der Kursunterschied von der Wandelanleihe zur Aktie augeglichen wird, legt die Gesellschaft ein Wandlungs- und Umtauschverhältnis fest. Bei Schuldverschreibungen, die nicht gewandelt wurden, erfolgt die Tilgung am Ende der Laufzeit.

Vor- und Nachteile der Wandelanleihe für Emittenten:

Vorteile:
- Großer Reiz zum Ankauf für Anleger durch Umtauschrecht.
- Die zuständige AG erreicht Fremdfinanzierung zu äußerst günstigen Konditionen.
- Emittenten müssen lediglich den Teil der Wandelverschuldungen, der nicht umgetauscht wurde, tilgen.
- Zinsen Mindern Höhe des Gewinns, der versteuert werden muss.

Nachteile:
- Unklarheit über den tatsächlichen Anteil der Kapitalerhöhung.
- Bei unerwarteter Kursentwicklung können Aktien unter Wert ausgegeben werden.

Vor- und Nachteile für Anleger:

Vorteile:
- Kombination von festem Vertrag und Dividende bei dieser Geldanlage.
- Ein hoher Aktienkurs ist mit einem Kursanstieg der Wandelschuldverschreibung verbunden.
- Kursverluste werden durch einen Rückzahlungsanspruch zum Nennwert abgesichert.
- Durch hohen Kurs der Aktie zur Zeit des Umtausches ist ein Gewinn möglich.

Nachteile:
- Vergleichsweise niedrige Verzinsung.
- Durch fallende Kurse der Aktien kann es zu hohen Verlusten für den Anleger kommen.
- Wenn sie Aktiengesellschaft vor der Wandelung eine Kapitalerhöhung vornimmt, kann dies eine Kapitalverwässerung zur Folge haben.

Unternehmensanleihen

Die so genannten "Corporate Bonds" werden von deutschen Unternehmen oder Tochtergesellschaften jener Firmen emittiert. Zahlreiche Betriebe vergeben bei dieser Geldanlage häufig Schuldverschreibungen, um eine Alternative zur herkömmlichen Kreditaufnahme zu bieten. Auf diese Weise wird die Liquidität des Unternehmens geschützt und gewährleistet. Bevor sich Anleger für diese Art der Anleihe entscheiden, sollten sie die Bonität sowie das Rating des Emittenten beachten. Denn dadurch wird auch die Höhe des zu zahlenden Zinssatzes beeinflusst. Unternehmensanleihen mit guten Rating weisen dabei eine höhere Rendite als verzinsliche Wertpapiere mit schlechterem Rating auf. Der Pluspunkt von Unternehmensanleihen ist darin zu finden, dass die Bonität der Geldanlage durch das Rating von Agenturen geliefert wird. Dadurch wird Interessenten die Entscheidung für eine bestimmte Geldanlage erleichtert.

Hochzinsanleihen (HighYield Bonds)

Bei Hochzinsanleihen handelt es sich um eine riskante Art der Geldanlage. Hierbei setzen Anleger nämlich darauf, dass sich die Lage des Schuldners bessert. Ist dies der Fall, steigt auch der Preis der Anleihe, wodurch Gewinne möglich sind. Solche Formen der Geldanlage waren in der Vergangenheit oft in Schwellenländern zu finden. Da Hochzinsanleihen ein nicht unerhebliches Risiko bergen, sind diese lediglich erfahrenen Investoren zum Geld anlegen zu empfehlen.

öffentliche Anleihen

Hierbei handelt es sich um Anleihen, welche durch die öffentliche Hand und zur Deckung eines Kapitalbedarfs - dieser lässt sich in der Regel nicht mehr durch herkömmliche Einnahmen finanzieren - vergeben werden. Zumeist fließt das Geld in große, kapitalintensive Projekte wie Krankenhäuser, so dass es zu einer langfristigen Bindung des Kapitals kommt. Zu den Emittenten dieser Geldanlage gehören in der Regel Bund, Länder, Bahn, Post und die Gemeinde.

Pfandbriefe/ Hypothekenanleihen

Pfandbriefe werden von einer Pfandbrief- oder Hypothekenbank ausgegeben. Dieses verzinsliche Wertpapier dient der Finanzierung von Hypothekendarlehen, Schiffshypotheken, Kommunalkrediten und Flugzeughypotheken. Wer bei dieser Geldanlage auf Nummer sicher gehen will, sollte sich lediglich für gedeckte Pfandbriefe nach dem PfandBG entscheiden - andernfalls ist der Gläubiger alleine auf die Bonität des Emittenten angewiesen, was ein gewisses Risiko mit sich bringt.


So lassen sich durch eine Geldanlage mit Anleihen hohe Gewinne erzielen!

Viele Leute entscheiden sich heute dafür, ihre Geldanlage durch Anleihen auszuweiten. Verzinsliche Wertpapiere werden im Finanzsektor als Variante der privaten Geldanlage und als gute Ergänzung zu traditionellen Formen zum Geld anlegen angesehen. Damit Anleger hohe Rendite erzielen, empfiehlt es sich, seine Geldanlage zu diversifizieren. Hierunter wird im Gesamtportfolio ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen verstanden. Im Gegenzug zur erstgenannten Geldanlage sind verzinsliche Wertpapiere ausfallsicher und stellen somit den idealen Gegenpol dar - diesbezüglich ist anzumerken, dass sich beide Formen der Geldanlage gegenseitig nicht beeinflussen. Ein weiterer Vorteil der Anleihen besteht darin, dass diese nach einem begrenzten Zeitraum wieder Bargeld freisetzen. Dieses kann bei Bedarf erneut investiert werden, wodurch beim Geld anlegen langfristig hohe Gewinne möglich sind.

Das ausgewogene Verhältnis aus Aktien und Anleihen

Zahlreiche Investoren stellen sich natürlich die Frage, wie die optimale Aufteilung des Eigenkapitals in Aktien und Anleihen aussehen muss. Pauschal lässt sich dies jedoch nicht beantworten - die Entscheidung hängt nämlich von mehreren Faktoren wie der Größe der AG, den persönlichen Präferenzen sowie der Marktlage ab. Diesbezüglich ist anzumerken, dass es sich beim verzinslichen Wertpapier zwar um eine relativ sichere, aber im Vergleich zur Aktie nur wenig ertragreiche Geldanlage handelt. Aus diesem Grund setzen risikoaverse Investoren beim Geld anlegen vermehrt auf Anleihen, während Personen, die ihren Gewinn maximieren wollen, eher zu Aktien greifen.

Fazit
Bei der Geldanlage mit einer Anleihe ist stets an die längeren Laufzeiten zu denken. Somit sollten Sie beim Geld anlegen lediglich einen Betrag investieren, den Sie nicht zeitnah benötigen. Zusätzlich empfiehlt es sich, darauf zu schauen, ob sich das Geld anlegen in Anleihen als Alternative zum Tages- und Festgeld in puncto Rendite lohnt - Auskunft hierüber erhalten Anleger durch Ratings. Zur Gewinnmaximierung gilt es außerdem, auf eine entsprechende Diversifikation aus Aktien und verzinslichem Wertpapier zu achten. Unbedingt sollten Sie auf die Bonität des Emittenten achten und nicht unseriösen Versprechungen von sicherer Verzinsung vertrauen.