Mit Tagesgeld Geld anlegen - so wird's gemacht

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Tagesgeld

Inhaltsverzeichnis[Anzeigen]

1. Das Wichtigste in Kürze

Tipp 1

Achten Sie auf die Einlagensicherung des jeweiligen Anbieters. Die meisten, die ihr Geld in Tagesgeld anlegen wollen, suchen Sicherheit. Grundsätzlich ist sie bei vielen Banken in Europa auch gegeben. Doch gerade zu Zeiten der Finanzkrise, sollte man als Anleger eher auf 0,3% Verzinsung verzichten und auf Nummer Sicher gehen.

Tipp 2

Achten Sie auf eine gute Bonität des jeweiligen Landes. Das jeweilige Land ist grundsätzlich für die gesetzliche Grundlage der Einlagensicherung verantwortlich, auch wenn Einlagen bis 100.000€ EU-weit abgesichert sind (Richtlinie 2009/14/EG). Bei deutschen Banken ist das Ausfallrisiko sehr überschaubar. Hier greifen zusätzlich die jeweiligen Einlagensicherungen der privaten Banken, Sparkassen und Volksbanken.

Tipp 3

Deutschland, Großbritannien und Österreich haben eine gute Bonität. Großen Ländern mit guter Infrastruktur sollte man eher trauen, als kleineren Ländern, die auf europäische Nothilfe angewiesen sind bzw. waren. Sollten sich die Zeiten ändern und die europäische Einlagensicherung gleichgeschaltet werden, kann man diesen Punkt noch mal überdenken.

Tipp 4

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Alternativen zum Tagesgeld, in dem Sie unseren Artikel "Strategie - 50.000 Euro oder 100.000 Euro richtig anlegen. So geht's!" lesen.

2. Tagesgeld-Rechner

3. Was ist Tagesgeld und wie kann man damit Geld anlegen?

Als Tagesgeld werden zum einen Anlagen auf Tagesgeldkonten und zum anderen kurzfristige Geldmarktkredite, sogenanntes "tägliches Geld", bezeichnet. Während Letzteres im Wesentlichen nur für den Handel von Banken untereinander relevant ist, spielen Anlagen auf Tagesgeldkonten eine wichtige Rolle für Millionen von privaten Anlegern, die sicher und gleichzeitig liquide Geld anlegen wollen.

In der Praxis werden die Begriffe Tagesgeld und Tagesgeldkonto oft synonym verwendet, denn die Anlage und Verwaltung von Tagesgeldern erfolgt grundsätzlich über entsprechende Tagesgeldkonten. Ein Tagesgeldkonto zeichnet sich - in Abgrenzung zu anderen Konten wie beispielsweise einem Girokonto oder einem Sparkonto - durch folgende Merkmale aus:

  • Tagesgeldkonten dienen in der Regel nicht der Abwicklung von Zahlungsverkehr, sondern nur zum Geld anlegen.
  • Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto, bei dem der Zinssatz jedoch nicht für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben ist und von der Bank immer wieder neu festgelegt werden kann.
  • Tagesgeldkonten werden als reine Guthabenkonten zum Geld anlegen geführt; eine Kontoüberziehung ist daher nicht möglich.
  • Der Kontoinhaber kann täglich über das gesamte Guthaben auf seinem Tagesgeldkonto oder über einen beliebigen Teil davon verfügen.
  • Bei Tagesgeld gibt es grundsätzlich keine Kündigungsfrist.

4. Wechsel des Tagesgeldkontos: Lohnt sich das wirklich?

Wer sich bereits für eine Tagesgeldanlage bei einer bestimmten Bank entschieden hat, sollte dennoch regelmäßig prüfen, ob die Konditionen bei einer anderen Bank inzwischen möglicherweise attraktiver sind. Denn gerade weil beim Geld anlegen mit Tagesgeld keinerlei Kündigungsfristen einzuhalten sind, gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, auf einen Wechsel des Tagesgeldkontos zu verzichten, wenn ein anderer Anbieter dafür eine höhere Verzinsung bietet. Wer nur relativ wenig Geld anlegen will oder schon vorab weiß, dass er den betreffenden Betrag bald für andere Ausgaben oder Geldanlagen verwenden wird, muss sich darüber natürlich weniger Gedanken machen. Wer jedoch eine größere Summe über längere Zeit als liquide eiserne Reserve auf einem Tagesgeldkonto anlegt, kann durchaus nennenswerte Beträge verschenken, wenn er auf den Wechsel zu einem Anbieter mit höherer Verzinsung verzichtet.

5. Wie sicher ist Geld anlegen mit Tagesgeld wirklich?

Tagesgeld ist eine der sichersten Alternativen beim Geld anlegen, denn die Einlagen der Bankkunden unterliegen in Deutschland der gesetzlichen Einlagensicherung. Die dafür innerhalb der Europäischen Union vorgeschriebene Einlagensicherungsgrenze beträgt aktuell 100 Prozent der Einlage, höchstens jedoch 100.000 Euro. In der Praxis dürften damit die meisten Tagesgeldkonten von Privatpersonen vollständig abgesichert sein, denn sechsstellige Beträge sollten in der Regel höher verzinslich angelegt und nur ausnahmsweise oder für kurze Zeit als Tagesgeld "zwischengeparkt" werden. Wer dennoch höhere Beträge in möglichst liquider Form über längere Zeit vorhalten möchte, sollte zum Geld anlegen mehrere Tagesgeldkonten bei unterschiedlichen Banken nutzen, sodass die einzelnen Anlagebeträge jeweils unterhalb der Einlagensicherungsgrenze bleiben. Über die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Einlagensicherung hinaus bieten die Banken ihren Kunden in vielen Ländern weitere Absicherungen ihrer Einlagen an. Dabei besteht zwar kein Rechtsanspruch, doch die entsprechenden Einlagensicherungsfonds sichern den Kunden im Falle einer Insolvenz ihrer Bank deutlich höhere Beträge als die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro zu, sofern sie entsprechend hohe Einlagen geleistet haben. Ein Beispiel dafür ist etwa der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, der die Einlagen von Kunden der meisten privaten Geschäftsbanken in Deutschland absichert.

Tipp

Solange man sein Geld bei einer deutschen Bank, Sparkasse oder Volksbank anlegt, muss man sich je Bank bis zu 100.000€ recht wenig sorgen machen.

5.1. Wie funktioniert die Einlagensicherung in Deutschland?

Einlagensicherung der privaten Banken in Deutschland 

Bei der Einlagensicherung handelt es sich um einen Schutz des Bankguthabens im Fall einer Insolvenz. Diese kann heutzutage auch in privaten Banken in Deutschland erfolgen. Dabei sind Einlagen für Tages- und Festgeld in einer Höhe von bis zu 100.000 EUR geschützt. Für private Geldinstitute ist in Deutschland in erster Linie die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) zuständig. Es gibt jedoch auch Banken, für welche die Einlagensicherung des jeweiligen Landes zuständig ist. Zur Finanzierung der EdB dienen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, welche in Form eines unselbständigen Sondervermögens verwaltet werden. Somit garantiert nicht der Bund für die Geldbeträge, sondern die Banken sichern sich die Einlagen untereinander ab. Derzeit gibt die EdB weder über die Höhe der gesparten noch der abgesicherten Geldsummen Auskunft - es ist daher anzunehmen, dass eine Einlagensicherung bei privaten Banken nicht für schwere Krisen in jenem Sektor ausgelegt ist.

Einlagensicherung der Sparkassen 

Zahlreiche Sparkassen bieten die Möglichkeit der Einlagensicherung an. Allerdings sind diese Institute nicht Teil der gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen. Die Banken stützen sich hingegen auf die so genannte Institutssicherung. Hierbei handelt es sich um einen Verbund aus ausgewählten Geldinstituten, welche für ihre Mitglieder einspringen, wenn diese mit finanziellen Engpässen zu kämpfen haben. Dadurch kann eine Insolvenz weitgehend ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sind die Einlagen der Kunden in unbegrenzter Höhe geschützt.

5.2. Wie funktioniert die Einlagensicherung im europäischen Ausland?

Einlagensicherung der europäischen Banken 

Wenn Sie Ihr Tages- und Festgeld im EU-Ausland absichern, können Sie sich in vielen Fällen über besonders hohe Zinsen freuen. Seit 2015 wurde auch die Schadensabwicklung bei Instituten, welche ihre Zulassung nicht in Deutschland haben, wesentlich vereinfacht. In der gesamten Europäischen Union sind die Höhe der abgesicherten Summe sowie die Ausgestaltung der Zahlungsverpflichtungen harmonisiert. Bis 100.000€ sind pro Person und Bank die Einlagen gesichert. Auf diese Weise ist bei der Einlagensicherung von Tages- und Festgeldkonto maximale Transparenz gegeben. Ab 2017 wird seitens der EU eine generelle grenzüberschreitende Sicherung der Bankguthaben angestrebt, was einer gesamtschuldnerischen Haftung auf europäischer Ebene gleicht. Einige Länder, wie z.B. Deutschland, sind gegen eine solche Gleichschaltung, werden sie aber akzeptieren müssen.

Grundsätzlich gilt beim Wählen des Anbieters für Fest- und Tagesgeld, zusätzlich auf eine Ausreichende Bonität des Landes zu achten, damit ihr Fest- und Tagesgeld sicher ist.

Einlagensicherung in Österreich

In Österreich führen fünf Sicherungseinrichtungen die Einlagensicherung durch. Bei diesen Fachverbänden handelt es sich um

  • die Einlagensicherung der Banken & Bankiers GesmbH,
  • die Hypo-Haftungs-GesmbH,
  • die Sparkassen-Haftungs AG,
  • die Österreichische Raiffeisen Einlagensicherung eGen sowie
  • die Schulze-Delitzsch-Haftungsgenossenschaft eG.
  • All jene Einrichtungen arbeiten nach vereinheitlichten Richtlinien, welche die Höhe der abgesicherten Kundeneinlagen vorgeben. Im Zuge der österreichischen Einlagensicherung sind Kundengelder sowohl auf verzinsten als auch auf Konten ohne Verzinsung sowie auf Sparkonten abgesichert. Allerdings muss das Guthaben des Anlegers auf Euro oder der Währung eines anderen Mitgliedsstaates der EU - hierunter fällt auch die Schweiz - lauten. Damit ein Interessent in Österreich sein Geld anlegen kann, muss dieser nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Denn auch die Einlagen ausländischer Kontoinhaber mit einem Konto in Österreich unterliegen den Gesetzen dieses Landes.

    Einlagensicherung in Großbritannien 

    Großbritannien verfügt über eine sehr hohe Bonitätsstufe. Aus diesem Grund gilt das Geld anlegen im Vereinten Königreich als äußerst sicher - für die Absicherung der Geldsumme des Anlegers ist das "Financial Services Compensation Scheme" verantwortlich, welches sich aus den Beiträgen der Mitglieder finanziert. Bei Spareinlagen des Tages- und Festgeldkontos entspricht die Sicherungsgrenze den Vorgaben der Europäischen Union - derzeit sind Beträge bis hin zu 100.000 EUR abgesichert. Sollte es zu einem Entschädigungsfall kommen, können Kunden ihre Finanzansprüche geltend machen und erhalten binnen acht Wochen ihre Auszahlung.

    Einlagensicherung in Portugal, Polen, Italien, Bulgarien 

    Die Einlagensicherung kann auch in aufstrebenden Staaten wie Portugal, Polen und Italien erfolgen. Auch in jenen Staaten ist die Einlage des Anlegers in der Höhe von bis zu 100.000 EUR zu 100 % geschützt. Im Gegensatz zu Deutschland verfügen diese Länder über einen niedrigen Bonitätsstatus, weshalb Anlegern zumeist ein höherer Zinssatz gewährt wird. Allerdings gehen Kunden von Banken in diesen Staaten zumeist ein größeres Risiko ein. Sollte eine Finanzkrise eintreten, setzen jene Länder nämlich darauf, dass ihnen die Unterstützung von finanziell stärkeren Staaten zu Teil wird.

    Rating ausgewählter EU Länder
    S&PMoody'sFitchEmpfehlung der Redaktion
    DeutschlandAAAAaaAA
    ÖsterreichAAAAaaAA+
    GroßbritanienAAAAa1AA+
    FrankreichAAAa2AA
    ItalienBBB-Baa2BBB+
    SpanienBBB+Baa2BBB+
    NiederlandeAAAAaaAAA
    FinnlandAA+AaaAA+
    SlowakeiA+A2A+
    PolenBBB+A2A-
    BulgarienBB+Baa2BBB-
    Stand: 10.05.2016 // Quelle: Ratingagenturen

    6. Geld anlegen mit Tagesgeld: Von welchem Betrag an ist das sinnvoll?

    Von welchem Betrag an Geld anlegen auf dem Tagesgeldkonto sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal verallgemeinern. In einigen Fällen verlangen Kreditinstitute einen bestimmten Mindestanlagebetrag, wenn Anleger auf ihren Tagesgeldkonten Geld anlegen wollen. Doch wenn dies nicht der Fall ist, kann es sich bereits bei Beträgen von 500 oder 1.000 Euro lohnen, diese auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen, statt sie unverzinst auf einem Girokonto stehenzulassen. Viele Anleger, die ihr Tagesgeldkonto in erster Linie als Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Ausgaben nutzen, entscheiden sich beim Geld anlegen mit Tagesgeld für einen Anlagebetrag von einem oder zwei Netto-Monatsgehältern.

    7. Wie findet man das beste Tagesgeldkonto?

    Tagesgeldkonten werden von den meisten Banken angeboten, die im Privatkundengeschäft tätig sind. Dementsprechend groß ist auch die Angebotsvielfalt, die für den Kunden auf den ersten Blick oft unüberschaubar wirkt. Ein systematisches Vorgehen ist deshalb bei der Suche nach dem besten Angebot dringend jedem zu empfehlen, der ein Tagesgeldkonto zum Geld anlegen nutzen möchte. Tendenziell bieten Onlinebanken und Direktbanken oft günstigere Konditionen und attraktivere Zinsen als Sparkassen und Filialbanken, weil sie aufgrund ihrer schlankeren Infrastruktur mit geringeren Kosten kalkulieren können und kein teures Filialnetz finanzieren müssen.

    Bei der Auswahl von Angeboten zum Geld anlegen mit Tagesgeld sollten Anleger grundsätzlich auch das "Kleingedruckte" lesen und sich nicht allein an den Zinssätzen orientieren, die in der Werbung der Banken oft recht prominent herausgestellt werden. Denn häufig gelten diese Konditionen beim Geld anlegen nur für besondere Zielgruppen oder unter besonderen Bedingungen, die nicht unbedingt den Interessen eines jeden Anlegers entsprechen müssen. Gerade beim Geld anlegen mit Tagesgeld gibt es besonders häufig "Lockangebote", die von Banken zur Neukundengewinnung genutzt werden und nur denjenigen offen stehen, die beispielsweise auch mit ihrem Gehaltskonto oder ihrem Wertpapierdepot zu dem betreffenden Institut wechseln.

    Falls ein Anleger einen solchen Wechsel ohnehin beabsichtigt hat, kann er auf diese Angebote zwar eingehen, sollte aber zuvor nicht nur die Zinsen für das Tagesgeld, sondern auch die Gebühren für alle anderen Bankdienstleistungen genau vergleichen. Denn dabei kann sich durchaus herausstellen, dass der vermeintliche Vorteil beim Tagesgeld durch deutlich höhere Gebühren für die Führung des Girokontos oder andere Routine-Bankdienstleistungen im negativen Sinne überkompensiert wird. Auch die geplante Anlagedauer oder die Anlagesumme können bei den Konditionen für Tagesgeld einen Unterschied machen.

    Wer mit Tagesgeld Geld anlegen möchte, sollte daher möglichst einen Tagesgeldrechner nutzen, um schnell einen aktuellen Marktüberblick zu gewinnen und die Angebote mit den besten Konditionen herausfiltern zu können. Mit einem Tagesgeldrechner lässt sich schnell diejenige Bank ermitteln, deren Tagesgeldangebot am besten zur individuellen Finanzsituation des Kunden passt. Der Tagesgeldrechner vergleicht die Konditionen von unterschiedlichen Banken und gibt jeweils für eine voraussichtliche Anlagedauer und einen bestimmten Anlagebetrag die Konditionen der einzelnen Institute wie voraussichtliche Zinserträge und Renditen an. Die Bedienung ist denkbar einfach, denn außer der Eingabe der geplanten Anlagedauer und des gewünschten Anlagebetrages muss der Nutzer des Tagesgeldrechners nichts weiter tun; alle notwendigen Berechnungen führt der Rechner dann selbstständig aus. Besonderheiten wie zum Beispiel Angebote, die nur kurzfristig gelten, Mindest- beziehungsweise Markmaleinlagen, eventuelle Staffelzinsregelungen und die Zeitpunkte der Zinsgutschriften werden dabei berücksichtigt.

    8. Geld anlegen mit Tagesgeld: Auf den Zeitpunkt der Zinsgutschriften kommt es an!

    Der Zeitpunkt, zu dem der Anleger beim Geld anlegen mit Tagesgeld die Zinsen gutgeschrieben bekommt, ist bei den einzelnen Anbietern nicht einheitlich festgelegt. So gibt es Tagesgeldkonten, bei denen die Zinsgutschriften nur einmal jährlich erfolgen, bei anderen dagegen werden die Zinsen quartalsweise oder monatlich gutgeschrieben. Für den Anleger ist das keineswegs nur eine Formalie, sondern durchaus ein wichtiges Auswahlkriterium. Denn je kürzer die Intervalle zwischen den Zinsgutschriften, desto stärker wirkt sich der Zinseszinseffekt zugunsten des Anlegers aus. Bei Rekord-Niedrigzinsen nahe der Nullmarke ist dies zwar kaum spürbar, doch bei höher verzinsten Tagesgeldkonten lohnt es sich allemal, diesen Punkt beim Geld anlegen mit im Blick zu behalten.

    9. Wie eröffnet man ein Tagesgeldkonto, und was muss man dabei beachten?

    Wer mit Tagesgeld Geld anlegen möchte, braucht dafür zunächst einmal ein Tagesgeldkonto. Die Kontoeröffnung ist in Bankfilialen in der Regel schnell und unkompliziert möglich, da die Bank außer einigen persönlichen Daten des Kontoinhabers, dessen Unterschrift unter den Kontovertrag und einigen routinemäßigen Formalien keine weiteren Unterlagen benötigt. Da ein Tagesgeldkonto in der Regel nicht überzogen werden, sondern ausschließlich auf Guthabenbasis geführt werden kann, ist es nicht notwendig, dass die Bank vor Vertragsabschluss die Bonität des Kunden - beispielsweise anhand von Einkommensnachweisen - überprüft.

    Bei einer reinen Direktbank oder einem Diskontbroker erfolgt die Eröffnung eines Tagesgeldkontos zum Geld anlegen zwar nicht im persönlichen Kontakt zwischen dem Kunden und einem Bankmitarbeiter, ist aber in der Regel ebenfalls sehr schnell und unkompliziert möglich. Der Antrag wird entweder online oder per Post eingereicht. Die Identifizierung des Kunden wird dann häufig im sogenannten Post-Ident-Verfahren am Postschalter oder beim Briefträger vorgenommen. Einige Anbieter von Online-Bankdienstleistungen sind inzwischen allerdings auch schon dazu übergegangen, für den Identifizierungsprozess eine Webcam zu nutzen, sodass der Umweg über die Post entbehrlich wird.

    Bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos sollten Anleger genau darauf achten, dass in den Kontounterlagen tatsächlich die Konditionen vermerkt sind, die für ihre Entscheidung zugunsten des betreffenden Anbieters ausschlaggebend waren. Stellt sich heraus, dass ein Angebot zum Geld anlegen mit Tagesgeld angeblich nicht mehr aktuell ist, sollte sicherheitshalber lieber ein erneuter Angebotsvergleich durchgeführt werden statt einfach aus Bequemlichkeit den vorliegenden Vertrag zu unterschreiben und dabei möglicherweise unvorteilhaftere Konditionen zu riskieren.

    10. Welche Kosten entstehen beim Geld anlegen mit Tagesgeld?

    Onlinebanken und Diskontbroker haben schon früh mit kostenlosen Tagesgeldkonten geworben, doch inzwischen bieten nahezu alle Banken und Sparkassen das Geld anlegen auf dem Tagesgeldkonto kostenlos an. Grund dafür ist der scharfe Wettbewerb zwischen den Instituten, der mittlerweile auch Filialbanken veranlasst, bei Tagesgeldern auf Kontoführungsgebühren zu verzichten. Auch für die Eröffnung oder Auflösung eines Tagesgeldkontos werden im Normalfall keine Gebühren fällig. Zu beachten ist jedoch, für bestimmte Leistungen, die auf den ersten Blick weniger im Fokus stehen, von einigen Banken durchaus Gebühren erhoben werden. Dies gilt beispielsweise für das Bereitstellen neuer PINs oder für die Zusendung von Kontoauszügen mit der Post. In solchen Fällen sollten potenzielle Anleger sich genau überlegen, wie wahrscheinlich sie die betreffenden Leistungen in Anspruch nehmen werden und wie häufig dies voraussichtlich geschehen wird, damit sie später beim Geld anlegen mit Tagesgeld keine unangenehmen Überraschungen in Form von zusätzlichen Kosten erleben, die ihre Rendite schmälern. Einige Leistungen, wie beispielsweise der Postversand von Kontoauszügen, dürften für die meisten Anleger ohnehin verzichtbar sein, zumal viele Anleger ihre Tagesgeldkonten heute ausschließlich per Onlinebanking verwalten.

    Im weiteren Sinne können Anlegern beim Geld anlegen auf dem Tagesgeldkonto auch Kostennachteile entstehen, wenn ein bestimmtes Tagesgeldkonto ausschließlich in Kombination mit anderen Bankdienstleistungen wie Girokonten oder Wertpapierdepots angeboten wird, für die dann seitens der Sparkasse oder Bank höhere Gebühren als bei anderen Anbietern vereinnahmt werden. Insgesamt lassen sich eventuelle Gebühren beim Geld anlegen auf dem Tagesgeldkonto jedoch meist komplett vermeiden.

    11. Was ist beim Geld anlegen mit Tagesgeld aus steuerlicher Sicht zu beachten?

    Einkünfte aus Kapitalerträgen sind in Deutschland grundsätzlich zu versteuern. Insofern gibt es keine spezielle Steuerpflicht für Erträge durch Tagesgeld-Zinsen; vielmehr zählen diese ebenso wie andere Zinseinkünfte, Dividenden und ähnliche Einkünfte aus Beteiligungen zu den Einkünften aus Kapitalerträgen und werden als solche besteuert. Dies geschieht zunächst einmal durch die sogenannte Abgeltungssteuer, die seit dem 1. Januar 2009 gilt. Hierbei beträgt der Steuersatz einheitlich und unabhängig von der Höhe der Einkünfte 25 Prozent. Dazu kommen noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, woraus sich eine Gesamtbelastung der betreffenden Kapitaleinkünfte in Höhe von 26,38 Prozent ergibt. Je nach Kirchenzugehörigkeit des Anlegers wird darüber hinaus noch die Kirchensteuer fällig.

    Um die Zahlung der Abgeltungssteuer brauchen sich Anleger, die ein Tagesgeldkonto zum Geld anlegen nutzen, sich nicht selbst zu kümmern, denn die Steuer wird von der Bank direkt an das zuständige Finanzamt abgeführt. Allerdings gilt bei Kapitalerträgen ein jährlicher Freibetrag von 801 Euro pro Person und Jahr, der steuerfrei bleibt. Darin ist neben dem eigentlichen Steuerfreibetrag bereits eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 51 Euro enthalten. Verheiratete dürfen für ihre Kapitalerträge dementsprechend jedes Jahr gemeinsam einen Freibetrag von 1.602 Euro inklusive Werbungskostenpauschale in Anspruch nehmen, sofern sie steuerlich zusammen veranlagt werden. Anleger, die die Abführung von Kapitalertragsteuer auf die Zinserträge ihres Tagesgeldkontos vermeiden möchten, können ihrer Bank dazu einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen. Gerade weil die Zinserträge auf Tagesgeldkonten relativ niedrig sind, lohnt sich diese Lösung meist allein schon deshalb, weil dadurch bürokratischer Aufwand vermieden wird. Anleger, die für ihr Tagesgeldkonto keinen Freistellungsauftrag erteilt haben und deren persönlicher Einkommensteuersatz niedriger ist als die Abgeltungssteuer, sollten die mit ihrer Tagesgeldanlage erzielten Zinserträge in ihrer Einkommensteuererklärung angeben und zudem einen Nachweis ihrer Bank über die bereits gezahlte Abgeltungssteuer beifügen. Sie erhalten dann die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer im Rahmen ihres Einkommensteuerbescheides zurückerstattet.

    12. Geld anlegen mit Tagesgeld in einer fremden Währung - lohnt sich das?

    Geld anlegen mit Tagesgeld ist nicht nur in Euro möglich. Verschiedene Banken bieten auch Tagesgeld in Fremdwährungen an. Grundsätzlich funktionieren derartige Fremdwährungskonten ähnlich wie jedes klassische Euro-Tagesgeldkonto. Auch hier sind flexible Einzahlungen von Kapital jederzeit möglich, und für Abhebungen von einem Tagesgeldkonto in fremder Währung gibt es ebenfalls weder zeitliche noch betragsmäßige Begrenzungen. Da ein Fremdwährungskonto für das Geld anlegen mit Tagesgeld nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung geführt wird, müssen die Einzahlungen entweder bereits in der betreffenden Währung erfolgen oder eingehende Euro-Beträge werden vor der Gutschrift auf dem Konto zum tagesaktuellen Wechselkurs umgerechnet. Besonders beliebte Währungen, die Anleger gern zum Geld anlegen mit Tagesgeld nutzen, sind ungarische Forint, südafrikanische Rand oder türkische Lira. Zu beachten ist dabei, dass die laufenden, nur schwer prognostizierbaren Wechselkursschwankungen sich sowohl zum Vorteil als auch zum Nachteil des Anlegers auswirken können. So kann es durchaus zu einem realen - nicht nur die Zinserträge aufzehrenden - Verlust kommen, wenn das Kapital auf dem in einer Fremdwährung geführten Tagesgeldkonto zu einem bestimmten Zeitpunkt abgehoben werden soll und sich der Wechselkurs zu diesem Zeitpunkt ungünstig entwickelt hat. Wer mit Tagesgeld in einer anderen Währung Geld anlegen möchte, sollte sich dieser Wechselkursrisiken in jedem Fall bewusst sein.

    Die Chancen, die diesen Wechselkursrisiken beim Geld anlegen mit Tagesgeld in Fremdwährungen gegenüberstehen, und das Hauptmotiv für eine solche Anlage darstellen, beziehen sich auf die Verzinsung. Denn da die Leitzinsen in vielen Ländern aktuell deutlich höher sind als im Euro-Raum, werden Tagesgelder in den entsprechenden Währungen auch höher verzinst als beim Geld anlegen mit Tagesgeld in Euro.

    13. Sind ausländische Banken beim Geld anlegen mit Tagesgeld wirklich sicher?

    Wenn ein Tagesgeldkonto in Fremdwährung bei einer ausländischen Bank geführt wird, stellt sich auch die Frage nach der Sicherheit der angelegten Ersparnisse im Falle einer Insolvenz der Bank. Diese Frage lässt sich beim Geld anlegen nicht pauschal beantworten, sondern muss im Einzelfall jeweils sorgfältig geprüft werden. Es gibt zwar auch in zahlreichen anderen Ländern bestimmte Sicherungsmechanismen, doch ist dies keineswegs überall der Fall. Und auch dort, wo im Ausland eine Einlagensicherung existiert, kann es durchaus sein, dass diese Einlagen nur bis zu einem geringeren Maximalbetrag absichert als in Deutschland.

    14. Lohnt sich Geld anlegen mit Tagesgeld, wenn man nur kurz in Deutschland ist?

    Ausländer, die sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten und in dieser Zeit Geld anlegen wollen, können dafür ebenfalls ein Tagesgeldkonto nutzen. Da es bei Tagesgeld keine bestimmten Mindestlaufzeiten oder Kündigungsfristen gibt, können sie ihre Anlage jederzeit wieder ohne Verluste oder Zusatzkosten auflösen.

    15. Was müssen Ausländer bei Tagesgeld beachten?

    Wenn Ausländer in Deutschland Geld mit Tagesgeld anlegen wollen, dann sind dafür zunächst einmal alle in Deutschland geltenden Rechtsvorschriften relevant. Das bedeutet, dass in Deutschland steuerpflichtige Ausländer ihre Zinseinkünfte aus Tagesgeld auch in Deutschland versteuern müssen. Darüber hinaus können sie jedoch unabhängig davon auch in ihren Heimatländern steuerpflichtig sein, denn in vielen Staaten orientiert sich das Steuerrecht am Welteinkommensprinzip. Das bedeutet, dass die Steuerpflichtigen in ihrem Heimatland jeweils ihre gesamten Einkünfte versteuern müssen, ganz gleich, in welchem Land diese erzielt worden sind. Da im Ausland erzielte Einkünfte aber in der Regel auch dort steuerpflichtig sind, wo sie erzielt wurden, würde dies im Regelfall zu einer doppelten Besteuerung führen. Viele Staaten schließen daher sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen, mit denen sie wechselseitig vereinbaren, unter welchen Bedingungen und auf welche Weise sie eine doppelte Besteuerung von Einkünften vermeiden wollen, die ihre Bürger im jeweils anderen Land erzielen.

    Doppelbesteuerungsabkommen, die Deutschland mit anderen Staaten schließt, sehen in der Regel entweder die Freistellungsmethode oder die Anrechnungsmethode vor. Ist die Besteuerung nach der Freistellungsmethode vereinbart, dann müssen in Deutschland Steuerpflichtige ausländische Einkünfte, für die sie in dem betreffenden Land bereit Steuern gezahlt haben, in Deutschland nicht noch einmal versteuern. Allerdings gilt dann in der Regel der sogenannte Provisionsvorbehalt, was bedeutet, dass auf die Einkünfte zwar in Deutschland keine Steuern zu zahlen sind, die im Ausland erzielten Einkünfte jedoch bei der Ermittlung des anzuwendenden Steuersatzes mit berücksichtigt werden. Wurden die Einkünfte in einem Land erzielt, in dem niedrigere Steuersätze oder höhere Freibeträge gelten, dann kann die Freistellungsmethode für Anleger beim Geld anlegen sehr vorteilhaft sein. Weniger attraktiv sind dagegen Anlagen in Ländern, mit denen die Anrechnungsmethode vereinbart wurde. In diesen Fällen werden die im Ausland erzielten Einkünfte genauso bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens erfasst wie inländische Einkünfte, und die auf diese Weise ermittelte Steuerschuld ermäßigt sich lediglich um die bereits im Ausland geleisteten Steuerzahlungen. Meist treffen derartige Regelungen für die Bürger des Staates, mit dem das Abkommen geschlossen wurde, umgekehrt genauso zu. Wer in einem anderen Land Geld anlegen will, sollte sich deshalb unbedingt vorab über die steuerlichen Rahmenbedingungen informieren, die für den konkreten Fall gelten. Dasselbe gilt auch für Ausländer, die in Deutschland Geld anlegen wollen - zum Beispiel mit Tagesgeld. Ausländer, die aus einem Land außerhalb des Euro-Raumes kommen, sollten neben steuerlichen Aspekten auch die Wechselkursrisiken nicht aus dem Blick verlieren.

    16. Geld anlegen bei der Hausbank oder bei einer Direktbank - wo liegt der Unterschied?

    Viele private Anleger haben ein Bankkonto bei einer Filialbank oder Sparkasse, die sie als Hausbank nutzen. In der Regel wickeln sie nahezu alle Bankgeschäfte mit diesem Institut ab, und dies zum Teil schon seit vielen Jahren oder gar seit mehreren Jahrzehnten. Doch häufig bieten diese Institute ihre Leistungen vergleichsweise teuer an, da sie mit ihren Einnahmen auch die Kosten ihres Filialnetzes decken müssen. Es lohnt sich daher, beim Geld anlegen zu prüfen, ob eine Direktbank nicht dieselben Leistungen zu einem günstigeren Preis anbietet. Direktbanken unterhalten kein Filialnetz und kommunizieren mit ihren Kunden ausschließlich per Internet, Telefon und Post. Teilweise handelt es sich dabei um völlig eigenständige Institute, teilweise wurden Direktbanken aber auch als Tochterunternehmen großer Filialbanken gegründet beziehungsweise von diesen erworben. Einige Direktbanken bezeichnen sich auch als Onlinebanken und nutzen für ihren Kundenkontakt und für die Abwicklung der Kundenaufträge ausschließlich das Internet. Die dadurch erzielten Kostenvorteile gegenüber den Filialbanken können die Direktbanken an ihre Kunden weitergeben.

    Gerade bei einem so simplen und in hohem Maße standardisierten Anlageprodukt wie Tagesgeld lohnt es sich allemal, auch die Angebote der verschiedenen Direktbanken zu vergleichen, um möglicherweise dort zu besonders günstigen Konditionen Geld anlegen zu können. Allerdings ist nicht jede Direktbank automatisch günstiger als alle Filialbanken, weshalb ein Tagesgeldrechner in der Regel sowohl Angebote von Direktbanken als auch von Filialbanken berücksichtigt.

    Neben den oftmals attraktiveren Konditionen bieten Direktbanken ihren Kunden auch ein deutlich höheres Maß an Flexibilität beim Geld anlegen mit Tagesgeld, weil sie entweder rund um die Uhr oder zumindest deutlich länger erreichbar sind als Filialbanken während ihrer wochentäglichen Öffnungszeiten. Ganz gleich, ob jemand eine Überweisung tätigen, seinen Kontostand abrufen oder Geld anlegen möchte, bei einer Direktbank ist dies im Prinzip zu jeder beliebigen Zeit möglich. Dieser Vorteil der Direktbanken wird allerdings dadurch relativiert, dass Onlinebanking heute auch zum Standardangebot nahezu aller Filialbanken gehört, sodass deren Kunden ebenfalls viele Bankgeschäfte zeitlich flexibel erledigen können.

    17. Was sollten Anleger beim Geld anlegen mit Tagesgeld via Onlinebanking beachten?

    Die Vorteile des Onlinebankings liegen auf der Hand, doch gilt es dabei auch einige wichtige Punkte zu beachten. Zum einen ist bei der Eröffnung eines Kontos bei einer Direktbank regelmäßig ein Identifizierungsverfahren zu durchlaufen. Wenn ein Kunde mit einem solchen Anliegen persönlich in einer Bankfiliale erscheint, kann er sich unmittelbar vor Ort mithilfe seines Personalausweises oder Reisepasses ausweisen und somit durch die Bankangestellten identifiziert werden. Da dies bei Direktbanken nicht möglich ist, wählen viele Institute das sogenannte Postident-Verfahren, bei dem die Identifizierung durch den Postboten oder in einer Postfiliale erfolgt. Zunehmend wird inzwischen auch die Möglichkeit einer Identifizierung mittels Video beziehungsweise Webcam genutzt. Erst wenn der Identifizierungsprozess abgeschlossen ist, stehen dem Kunden alle Funktionen seines Kontos in vollem Umfang zur Verfügung. Wer sehr kurzfristig Geld anlegen oder ein Konto für Tagesgeld eröffnen möchte, sollte berücksichtigen, dass beim Postident-Verfahren durchaus einige Tage vergehen können, bis der gesamte Prozess abgeschlossen ist.

    Darüber hinaus sollten beim Geld anlegen via Onlinebanking natürlich Sicherheitsaspekte nicht vernachlässigt werden. Geheimnummern, TANs und ähnliche Legitimationsmöglichkeiten müssen stets sorgfältig verwahrt und vor dem Zugriff Dritter geschützt werden. Zudem ist eine sichere Internetverbindung unabdingbar. Öffentlich zugängliche Computer, zum Beispiel in Internetcafés, oder ungesicherte WLAN-Verbindungen sollten für das Onlinebanking beim Geld anlegen nicht verwendet werden.

    18. Wie entsteht der Zins beim Geld anlegen mit Tagesgeld?

    Zinsen sind - wirtschaftlich betrachtet - der Preis, den jemand dafür erhält, dass er einer anderen Person vorübergehend Kapital überlässt. Der Kapitalgeber kann in dieser Zeit sein Kapital nicht selbst nutzen und wird dafür durch die Zinszahlungen entschädigt. Dies gilt für die Bank, die einem Darlehensnehmer eine größere Summe für mehrere Jahre zur Verfügung stellt, ebenso wie für den Kunden, der seiner Bank Kapital in Form von Spareinlagen überlässt. Dabei gilt im Normalfall, dass der Zinssatz umso höher ist, je länger die Laufzeit des Kredits oder der Kapitalanlage ist. Nur in Ausnahmefällen, bei einer außergewöhnlich starken Nachfrage nach kurzfristigem Kapital, kann es auch zu einer inversen Zinsstruktur kommen, sodass die kurzfristigen Zinsen vorübergehend über den langfristigen Zinsen liegen. Da Tagesgeld faktisch keine Laufzeit hat und jederzeit wieder vom Konto abgehoben werden kann, ist seine Verzinsung normalerweise auch deutlich niedriger als die von anderen Anlagen in gleicher Währung, die ein etwa vergleichbares Chancen-Risiken-Profil, aber eine längere Laufzeit haben.

    Der Zinssatz, mit dem ein Tagesgeldkonto verzinst wird, kann von der Bank theoretisch jederzeit verändert und an aktuelle Entwicklungen des Zinsniveaus angepasst werden. Er wird in Prozent angegeben, in der Regel mit dem nachgestellten Hinweis "p. a.". Dies steht für "per annum" und macht deutlich, dass es sich bei der betreffenden Angabe um den Zins für ein Jahr handelt. Wer Geld anlegen will und dafür beispielsweise 1 % p. a. bekommen soll, erhält am Jahresende für 100 Euro Einlage Zinsen in Höhe von einem Euro ausgezahlt oder gutgeschrieben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Einlage das gesamte Jahr hindurch ohne Unterbrechung in dieser Höhe bestanden hat. Für kürzere Perioden vermindert sich der Zins entsprechend der Zahl der Tage, für die das Geld als Tagesgeld angelegt war.

    Neben der Höhe des Zinssatzes ist jedoch für Anleger, die mit Tagesgeld Geld anlegen wollen, noch ein anderer Aspekt wichtig: der Termin der Zinsgutschriften. Denn werden die Zinsen beispielsweise monatlich oder quartalsweise gutgeschrieben, führt dies für den Anleger in der Summe zu höheren Zinserträgen als bei einer einmaligen Gutschrift pro Jahr. Grund dafür ist der Zinseszinseffekt, der sich daraus ergibt, dass die Zinserträge bei jedem Zinstermin höher ausfallen, weil sich das zu verzinsende Anlagekapital durch die vorherigen Zinsgutschriften gegenüber der anfänglichen Einlage erhöht hat. Beim Geld anlegen mit Tagesgeld macht sich der Zinseszinseffekt umso stärker bemerkbar, je häufiger die Zinsen innerhalb eines Jahres gutgeschrieben werden.

    19. Geld anlegen mit Tagesgeld - wo liegt der große Unterschied zum Festgeld?

    Vergleicht man Tagesgeld und Festgeld miteinander, dann fällt vor allem ein Unterschied ins Auge: Tagesgeld bietet ein Höchstmaß an Flexibilität, während Festgeld immer mit einer bestimmten Laufzeit verbunden ist. Wird diese nicht eingehalten und das Festgeld durch den Anleger vorzeitig gekündigt, ist dies mit Einbußen bei der Verzinsung verbunden. Dafür sind die Festgeldzinsen in der Regel etwas höher als die Zinsen für Tagesgeld. Wer für längere Zeit nicht benötigtes Geld anlegen will und dabei vor allem aus Sicherheit Wert legt, sollte sich daher eher für Festgeld entscheiden. Diejenigen, die neben der hohen Sicherheit vor allem auch maximale Flexibilität ihrer Anlage benötigen, sollten dagegen Tagesgeld wählen. Häufig verlangen die Banken und Sparkassen für Festgeldanlagen auch höhere Mindesteinlagen als für Tagesgeld. So wird Festgeld beispielsweise von vielen Instituten erst ab einer Einlage von wenigstens 5.000 Euro angeboten, während für Tagesgeldkonten meist gar keine bestimmte Mindesteinlage verlangt wird. Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung der Zinserträge gibt es zwischen Tagesgeld und Festgeld faktisch keinen Unterschied. In beiden Fällen handelt es sich um Zinseinkünfte die der Kapitalertragsteuer unterfallen. Auch im Hinblick auf die Einlagensicherung gelten für diese beiden Formen der Geldanlage dieselben Vorschriften.

    20. Welche Risiken sollten Anleger beim Geld anlegen mit Tagesgeld im Blick behalten?

    Wenn Tagesgeld als sehr sichere Möglichkeit zum Geld anlegen bezeichnet wird, dann bezieht sich das vor allem auf das geringe Ausfallrisiko, das durch die gesetzliche Einlagensicherung und darüber hinausgehende freiwillige Sicherungseinrichtungen der Banken minimiert wird und sich bei höheren Anlagen auch durch Splitten auf mehrere Tagesgeldkonten bei unterschiedlichen Banken vermeiden lässt. Dennoch gibt es auch bei Tagesgeld bestimmte Risiken, die Anleger im Blick behalten sollten, wenn sie auf diese Weise Geld anlegen möchten. Hier spielt zunächst einmal das Risiko von inflationsbedingten Vermögensverlusten eine Rolle. Reale Vermögenszuwächse lassen sich mit einer Geldanlage nur dann erzielen, wenn die Zinserträge nach Abzug eventueller Kosten und Gebühren höher sind als die Inflationsrate. Entsprechen sie exakt der Inflationsrate, dann entstehen dem Anleger zwar keine Verluste, er erzielt jedoch auch keine realen Vermögenszuwächse, weil die Inflation die Zinserträge "aufzehrt". Sind die Zinserträge geringer als die Inflationsrate kommt es beim Geld anlegen auch dann zu Vermögensverlusten, wenn es sich um eine sehr sichere Anlage mit gewissen nominalen Zuwächsen handelt.

    Ein weiteres, zumindest theoretisches, Risiko besteht darin, dass sogenannte Negativzinsen, die die Europäische Zentralbank den Banken berechnet, von diesen auch an Inhaber von Tagesgeldkonten weitergegeben werden könnten. Aufgrund der täglichen Verfügbarkeit von Tagesgeldern sollte dies jedoch kein Grund sein, auf diese Anlageform grundsätzlich zu verzichten. Denn sollten dem Inhaber eines Tagesgeldkontos tatsächlich Negativzinsen drohen, könnte dieser das Konto umgehend auflösen oder sein Guthaben auf ein anderes Konto transferieren, ohne dass ihm dadurch ein Nachteil entstünde.

    21. Negative Inflationsrate als Chance beim Geld anlegen mit Tagesgeld

    Volkswirtschaftlich wird eine negative Inflationsrate allgemein als ungünstig beurteilt, weil sie - wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg anhält - Ausdruck einer Deflation ist. So bezeichnen Volkswirte ein Szenario, in dem das gesamtwirtschaftliche Angebot die gesamtwirtschaftliche Nachfrage übersteigt, was typischerweise gemeinsam mit einer Depression auftritt. Für diejenigen, die Tagesgeld zum Geld anlegen nutzen, kann eine negative Inflationsrate jedoch auch Vorteile haben. Denn dann können sie selbst bei relativ geringen Nominalzinsen auf dem Tagesgeldkonto noch eine signifikant positive reale Verzinsung erzielen.

    22. Tagesgeld-Index erleichtert Angebotsvergleich beim Geld anlegen mit Tagesgeld

    Gerade in Zeiten historischer Niedrigstzinsen nahe der Nullmarke ist es besonders wichtig, die Konditionen für Tagesgeld regelmäßig zu vergleichen, um beim Geld anlegen Nachteile zu vermeiden. Ein hilfreiches Instrument zur Bewertung und zum Vergleich konkreter Tagesgeld-Angebote von verschiedenen Banken oder Sparkassen ist dabei der Tagesgeld-Index Tagix. Er wurde entwickelt, um die Zinsentwicklung am Tagesgeldmarkt abzubilden und Anleger so in die Lage zu versetzen, einzelne Angebote schnell und unkompliziert mit dem Gesamtmarkt vergleichen zu können. Insgesamt werden dafür Tagesgeld-Zinssätze von 165 Banken erfasst. Der Index stellt gibt den Mittelwert der erfassten Angebote an. Welche Banken bei der Berechnung des Index berücksichtigt werden, hängt von deren Marktpräsenz ab. Die Berechnung des Tagix erfolgt täglich; der Indexstand wird jeweils dimensionslos angegeben. Die für die Berechnung des Index erhobenen Daten werden in einer Datenbank registriert. Dadurch ist es möglich, sowohl die Entwicklung des Indexstandes als auch die Entwicklung der Tagesgeld-Zinssätze der einzelnen Banken im Zeitablauf zu analysieren.

    23. Leitzinsen im Euroraum - seit März 2016 auf Null

    Seit der Einführung des Euro zum 1. Januar 1999 waren die Zinsen im Euro-Raum noch nie so niedrig wie aktuell, denn seit dem 10. März 2016 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf null Prozent gesenkt. Selbst in den Jahren nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in New York und dem Platzen der Dotcom-Blase, als die EZB die Leitzinsen über einen längeren Zeitraum mehrfach gesenkt hatte, war der Boden bei zwei Prozent erreicht. Von da an stiegen sie in der Zeit von 2006 bis 2008 dann wieder bis auf mehr als vier Prozent an, ehe es als Reaktion auf die internationale Finanzkrise zu erneuten drastischen Zinssenkungen kam. Wann es im Euroraum wieder zu deutlichen Zinssteigerungen kommen wird, ist derzeit nicht absehbar, denn die EZB steht bei ihren Zinsentscheidungen vor dem Problem, dass die Wirtschaftsentwicklung in den einzelnen Euro-Ländern sehr heterogen verläuft. Ländern mit einem relativ robusten Wirtschaftswachstum wie zum Beispiel Deutschland, stehen andere Staaten - insbesondere in Südeuropa - gegenüber, die nach wie vor mit einer Rezession oder zumindest einem sehr geringen Wirtschaftswachstum zu kämpfen haben. Und solange dies der Fall ist, gilt eine signifikante Erhöhung der Leitzinsen im Euro-Raum als ziemlich unwahrscheinlich.


    Infografik: Entwicklung der Leitzinsen | Statista
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