Geld anlegen einfach gemacht - 7 Tipps

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Geld Anlegen 7 Tipps

Geld macht nicht glücklich, aber es hilft um seine Wünsche vom eigenen Haus oder von regelmäßigen Reisen zu erfüllen. Wichtig ist es ebenfalls, wenn man selbst bestimmen möchte, wann und ob man arbeiten möchte, ohne dass man vom Vorgesetzten abhängig ist. Aber ohne eine gewisse Planung wird man diese Wünsche nicht in die Tat umsetzen können. Wir haben für Euch die 7 Grundlagen, die man beim Geld anlegen beachten sollte zusammengefasst. Wer sie beachtet, wird leichter an sein Ziel kommen.


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Wünschen oder Ziele setzen?

Zuerst muss jedem bewusst sein, dass wir hier von finanziellen Zielen sprechen. Wünsche sind keine Ziele. So muss jeder Wunsch in ein konkretes Ziel umgewandelt werden. Wer das verpasst, dem fehlt die Grundlage der Grundlagen beim erfüllen seiner Wünsche! Im finanziellen Kontext ist gemeint, dass man einen Geldbetrag einsetzt, um zu einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Geldbetrag zu erhalten. Wie hoch der Geldbetrag sein muss, hängt vom jeweiligen Ziel ab. Die Ziele müssen während der Dauer nachvollziehbar sein und man muss wissen, wie weit man noch von seinem Ziel entfernt ist. Wem das alles zu schwammig ist, sollte die folgenden Beispiele lesen.

Tipp
Ziele sollten spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und zeitlich fixiert sein.
  • Beispiele

    Ist „ich möchte ein Auto kaufen“ ein Ziel? …. nein, es ist kein Ziel. Nicht klar formuliert wurde, welches Auto man kaufen möchte und wie teuer das Auto sein soll. Auch fehlt hier der Zeitpunkt wann man es haben möchte.

    Wie schaut es mit „in drei Jahren möchte ich eine neue Mercedes E-Klasse kaufen und ich investiere jetzt 10.000€“. Hier sind schon wesentliche Punkte eines Ziels erfüllt. Jedoch sollte es an der realistischen Erreichbarkeit scheitern. Bei einem Einsatz von 10.000€, wäre eine Rendite von 80% pro Jahr notwendig, um auf annähernd 100.000€ für die E-Klasse zu kommen.

    Ein letztes Beispiel zum Thema Ziele beim Geld anlegen: „Ich möchte eine Million EURO sparen.“ Dieser Geldbetrag sollte bei einem Zeitraum von 5 Jahren für die meisten Menschen unmöglich zu erreichen sein. Gibt man sich 40 Jahre zeit, sieht die Sache schon wesentlich realistischer aus. Hier ist es wichtig, sich selbst Zwischenziele zu setzen, an denen man seinen Fortschritt bei der Geldanlage absehen kann.

    Tipp
    Zwischenziele setzen

    Ziele können vom Zeitraum her kurzfristig, mittelfristig oder langfristig gesteckt sein. Beispielsweise kann man für sich formulieren: „in acht Jahren benötige ich 7.000 EURO für eine Renovierung oder eine Weltreise. Dafür spare ich 80€ pro Monat“.

    Für die Geldanlage muss man noch wissen, ob die 8 Jahre kurz-, mittel- oder langfristig sind?

    Die folgende Darstellung ist nur eine Richtlinie

    • kurzfristig - bis zu ein Jahr
    • mittelfristig - ein bis fünf Jahre
    • langfristig - über fünf Jahre

    Fazit
    Jeder sollte für sich die Zeiträume selbst einordnen, da bei einer Investition mit Zunahme der Zeit, das Risiko durchaus höher werden darf. Für mich persönlich liegt der kurzfristige Bereich bei ein bis zwei Jahren - also doppelt so lang, wie es in der Finanzbranche eher die Regel ist. Prominente finanzielle Ziele beim Geld anlegen sind z.B. der Immobilienkauf und die Altersvorsorge. Als Anleger sollte man seine eigenen Ziele um die erwähnten Punkte erweitern und schon kann jeder mit seiner persönlichen Finanzplanung starten.
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Wie viel Geld steht mir zur Verfügung?

Jeder sollte seinen Anlagebetrag kennen, den er monatlich oder einmalig anlegen kann. Hat man keinen Plan, braucht man Einen. Die meisten Menschen haben ihr Gehalt und rechnen im nächsten Monat mit der nächsten Gehaltszahlung. Wenn man 1.000 Menschen befragt, für was sie ihr monatliches Geld ausgeben, geben die meisten nur wage Antworten. In der Praxis führen nur die wenigsten Menschen eine Exceltabelle darüber.  Aber wie möchte man Geld anlegen, wenn man nicht mal ansatzweise weiß, wie viel einem zur Verfügung steht? Man muss bei der Geldanlage Entscheidungen über Laufzeiten und auch die Höhe des anzulegenden Geldbetrages treffen.

Tipp
Es wäre fatal zu viel Geld, zu lange und zu fest anzulegen. Die Kündigung solcher Verträge kostet sehr viel Geld und wirft einen weit zurück, um seine finanziellen Ziele zu erreichen.
  • Liquiditätsplanung - kurz und knapp

    Um seine Wünsche und Ziele zu erfüllen, ist meistens Geld notwendig, so dass Geld in unserem Leben einen sehr großen Stellenwert einnimmt. Knapp 60% der Deutschen sparen weniger als 200€ monatlich - entweder weil sie einfach nicht mehr sparen können oder weil sie denken, dass sie schon genug sparen.
     
    Auf die Frage, wie viel bei den eigenen Sparverträgen später mal rauskommen wird, können fast alle Deutschen keine exakte Antwort geben. Sie sparen ohne Ziel und Plan. Die Überraschung wird am Ende des Arbeitslebens für Viele sehr groß sein, wenn das Vermögen oder die Vorsorge nicht ausreichen sollte, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Häufig werden Verträge vorher gekündigt, da zwar genug gespart wurde, aber das Geld in lang laufenden Verträgen steckt und keine weitere Liquidität für das Auto oder den Urlaub zwischendurch vorhanden ist.

    Wie kann man schnell herausfinden, wie viel Geld man zum anlegen zur Verfügung hat?

    Beantwortet Euch folgende Fragen

    1. Habt Ihr 1.000€ auf dem Konto? Wenn nein, dann habt ihr zu wenig Einnahmen oder zu viele Ausgaben. Ihr müsst auf jeden Fall den folgenden Vorschlag umsetzen. Sonst werdet ihr nicht weiterkommen.
    2. Habt Ihr über 5.000€ auf dem Konto? Liegt Euer Nettoeinkommen unter 2.000€ monatlich? Wenn ja, dann könnt ihr auf jeden Fall sparen. Aber das wisst ihr bereits selbst.
    3. Liegt Euer Nettoeinkommen über 3.000€ und Euer Vermögen unter 10.000€, dann solltet Ihr die folgenden Hinweise lesen. Eventuell stimmt etwas im Spar- und Ausgabeverhalten nicht.

    Eure Antworten geben eine Richtung vor. Entscheidend ist natürlich auch das Alter und die Umstände, wenn man diese Fragen beantwortet. Ist man 50 Jahre alt und hat 10.000€ auf der hohen Kante, dann ist das aus Sicht eines 20-Jährigen viel aber der 50-Jährige könnte massive Probleme haben, bis zum Rentenalter noch ausreichend vermögend zu werden.

    Wie viel Geld ist übrig? Macht einen Monat lang Notizen zu Euren Ausgaben.

    Nach nur einem Monat weiß jeder, wie viel er für was ausgegeben hat. Macht Euch bei jedem Kauf  eine kurze Notiz. Oder schreibt Euch am Ende des Tages die Beträge zusammen. Helfen kann Euch Euer Smartphone, es gibt viele Apps oder einfache Tabellenprogramme, in die man die Ausgaben eintragen kann. 
    Am Ende des Monats habt ihr Folgendes erreicht: Ihr habt Euch mit den Ausgaben beschäftigt und das täglich, so dass man ein gutes Gefühl für sein Geld und das Ausgabeverhalten bekommt.

    Fazit
    Ihr könnt einschätzen, welche Ausgaben einmalig waren oder was auf jeden Fall jeden Monat bezahlt werden muss und ihr kennt euren Lebensstandard. Ihr solltet nun wissen, wie viel Geld euch monatlich zur Verfügung steht oder ob überhaupt etwas zum Geld anlegen übrig bleibt.

    Wie beeinflusst der Lebensstandard das Sparen?

    Es kommt sehr häufig vor, dass Menschen mit hohen Einkommen auch nur knapp über die Runden kommen. Die Ausgaben für den Lebensstandard wie z.B. Kita, 2 teure Autos, angemessener Urlaub oder die sonstigen Ausgaben sind hoch, so dass wenig zum Geld anlegen übrig bleibt.

    Helfen soll ein Beispiel, um den Kapitalbedarf einzuschätzen. Zwei Personen möchten Geld anlegen, um mit 67 Jahren von den Erträgen zu leben. Beide sind 37 Jahre alt und wollen das gleiche Netto in der Rentenzeit haben wie im Arbeitsleben.

    Person 1
    verdient 1.800€ monatlich und benötigt zur gesetzlichen Rente von 800€ zusätzlich 1.000€ monatlich. Seine monatlichen Ausgaben betragen für Miete, Auto und Konsum 1.550€ monatlich. 250€ im Monat bleiben übrig.

    Legt er die 250€ beiseite und hat einen Ertrag von 4%, dann kommt er auf ein Kapital von 173.000€. Wenn er weiterhin 4% erhält und sich den Ertrag monatlich auszahlen lässt, dann bekommt er ca. 760€. Das sind zwar noch nicht die 1.000€ aber mit seiner Rente von 800€ und den Erträgen kommt er auf 1560€ und kann seinen Lebensstandard halten. Er muss sich nicht einschränken.

    Person 2
    verdient 5.000€ im Monat und er hat einen gesetzlichen Rentenanspruch von 1.600€. Insgesamt gibt er zum Wohnen, für das größere Auto, den teureren Urlaub und den monatlichen Konsum 4.300€ im Monat aus. Es bleiben ca. 700€ zum Geld anlegen.

    Ebenfalls erhält er eine Verzinsung von 4% und kommt mit den 700€ im Monat auf ein Gesamtvermögen von ca. 485.000€. Das ist schon mal ordentlich aber reicht nur für ca. 1.600€ im Monat. Insgesamt kommt er mit 67 Jahren also auf ein Einkommen von 3.400€ im Monat (Rente und monatliche Erträge). Es fehlen also noch knapp 1.000€ monatlich, um seinen Lebensstand zu halten.

    (Anmerkung: Natürlich wurden hier keine Steuern, keine Krankenversicherungsbeiträge und sonstige Abzüge beachtet. Die Beispiele sollen lediglich die groben Unterschiede verdeutlichen und sensibilisieren.)

    Ergebnis
    Person 2 kann zwar viel mehr im Monat sparen, aber muss auch einen viel höheren Lebensstandard im Alter finanzieren. Versucht mal 1.000€ im Monat weniger auszugeben. Das würde für jeden eine massive Einschränkung im Alltag bedeuten - für Jeden. Es hört sich zwar leicht an, zu sagen: „Dann soll Person 2 eben ein kleineres Auto kaufen, in eine kleinere Wohnung ziehen oder weniger Urlaub machen.“ aber der Lebensstandard unterliegt auch einem gesellschaftlichen Zwang. Die Freunde und Bekannten und der Wohnort beeinflussen natürlich die Ausgaben. Der eigene Anspruch an das Bio-Eden oder das Auto gehört ebenfalls dazu. Das alles lässt sich nicht einfach von heute auf Morgen umstellen.

     

    Fazit
    Spannend und zusammenfassend ist zu sagen, dass es einfacher ist, ein Vermögen für einen niedrigeren Lebensstandard anzusparen, als für einen hohen Lebensstandard.

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Zeit und Rendite - die beiden Geschwister.

Die finanziellen Ziele sollten nach den ersten Abschnitten für jeden selbst klar sein. Der eine benötigt 40.000€, der Andere 500.000€. Aber was hat nun die Zeit mit dem Geld anlegen zu tun? Die Zeit kann in diesem Fall „zaubern“. Sie kann es schaffen, dass man von den 500.000€ selbst nur 150.000€ ansparen muss. Die übrigen 250.000€ würde die Zeit dazu geben. Oder die Zeit gibt nur 50.000€ dazu und man muss selbst 350.000€ ansparen. Das Ergebnis ist gleich, aber der Unterschied liegt darin, wie viel man selbst von seinem Einkommen dazu tun muss. Lest, wie man die Zeit effektiv für die Geldanlage nutzen kann.

Tipp
Je länger Geld investiert ist, desto höher sind in der Regel die Erträge.
  • Hierzu einige Gedankenspiele

    Die mathematische Zauberei - Der Zinseszins

    Einen Euro heute zu verdienen, ist mehr wert als einen Euro später zu verdienen, denn durch die Inflation verliert das Geld in Zukunft an Wert. Grundlage des gesamten Bereichs der Geldanlage ist die Zinseszinsrechnung. Jeder der Geld anlegen möchte, sollte die Grundzüge dieser Rechnung verstehen, denn die Zeit hilft bei der Geldanlage.

    Legt man 10.000€ an und erhält 2% Zinsen, dann wächst das Vermögen nach einem Jahr auf 10.200€ an.

    Wie lange dauert es, bis man sein Geld bei 2% p.a. verdoppelt hat? Hier eine kurze Anleitung, ohne einen komplizierten Finanzrechner nutzen zu müssen.

    72/Rendite = Anzahl der Jahre

    72/2 = 36 Jahre werden benötigt, um aus 10.000€ -> 20.000€ zu machen.

    Nun liegen nach einem Jahr 10.200€ auf dem Konto. Das Geld ist mehr geworden! Der Ausdruck auf dem Kontoauszug ist der Beweis. Wirklich?

    Folgende Frage wurde sich bei dieser Berechnung noch nicht gestellt? Kann ich mir von den 10.200€, mehr kaufen als ein Jahr zuvor von den 10.000€?  Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, was man kaufen möchte!

    Einige Beispiele sollten das verdeutlichen:

    Technik wird z.B. von Jahr zu Jahr günstiger. Dein neues iPhone 6 wäre 2015 günstiger gewesen als es 2014 zum Release war. Hier kann man die Frage mit ja beantworten. Ich kann mir 2015 von 10.200€ viel mehr iPhone 6 kaufen, als noch ein Jahr zuvor mit 10.000€. Es ist ja nicht mehr das neueste Modell.

    Betrachtet man nun die 10.000€ als Eigenkapital für eine Immobilie, entsteht ein anderes Bild. Das eigene Vermögen ist um 2% gestiegen. Wollte man sein Geld für eine Immobilie ausgeben und sind die Immobilienpreise um 5% gestiegen, dann wäre es besser gewesen, man hätte die 10.000€ gar nicht erst zu 2% angelegt, sondern gleich für eine Immobilie ausgegeben. Diese kostet nun  5% mehr. Man spart der Immobilienwertentwicklung hinterher.

    Möchte man das Geld nutzen, um eine 10 prozentige Anzahlung auf die Immobilie zu leisten, die zufällig im ersten Jahr noch 100.000€ kostete, dann hätte man mit den 10.000€ auch die 10% gehabt. Nach einem Jahr kostet die Immobilie aufgrund der 5% Wertsteigerung schon 105.000€. Mit 10.200€ auf dem Konto besitzt man leider nur noch 9,7% des benötigten Eigenkapitals für eine Bankfinanzierung. 
    Zieht man die Geldanlage weiter so durch, dann werden aus den 10.000€ in fünf Jahren 11.040€, während die Immobilie nach fünf Jahren bereits 127.628€ kosten würde. Jetzt hätte man nur noch 8% vom benötigten Eigenkapital. Dieses Verhältnis würde sich Jahr für Jahr verschlechtern.

    Rechnen wir kurz noch mal mit der 72 Formel für die Wertsteigerung der Immobilie nach. Mit einer Wertsteigerung von 5% p.a., hätte sich der Wert der Immobilie in 14,4 Jahren verdoppelt.

    72/5 = 14,4 Jahre

    Was machen viele mit ihrem Geld, um sich später mal eine Immobilie zu kaufen? Sie stellen sich folgende Frage: „Ich möchte bauen und muss sparen. Also mache ich Bausparen. Bingo“

    Anleger akzeptieren beim Bausparen eine sehr niedrige Verzinsung (aktuell zwischen 0,5% und 1% p.a.) und wollen Geld für den Immobilienkauf ansparen. Leider steigen die Immobilienpreise aktuell viel stärker als es an Verzinsung im Bausparvertrag gibt. Sie sparen den Immobilienpreisen somit hinterher und kommen ihrem Ziel nicht ein Stück näher.

    Wie wichtig ist die Laufzeit beim Geld anlegen?

    Hier helfen ein paar kurze Berechnungen, um die Wichtigkeit der Laufzeit zu verdeutlichen. Immer haben die meisten Menschen nicht viel Geld. Egal wann man fragt. In jungen Jahren haben sie zu wenige Einnahmen, da das Gehalt noch nicht so hoch ist und wenn sie älter sind, sind die Ausgaben zu hoch. Man kann einfach nicht viel sparen.

    Zwillingsbruder A legt im Alter von 20 Jahren monatlich 100€ an. Insgesamt hat er 48.000€ selber gespart. Im Alter von 60 Jahren, also nach 40 Jahren Ansparzeit und einer Verzinsung von 4%, kann er schon auf ein Vermögen von 118.196€ blicken.

    Zwillingsbruder B wartet bis er 40 Jahre alt ist und kann nun 200€ monatlich anlegen. Er verdient ja jetzt mehr. Auch er erhält 4% p.a. und legt das Geld bis zu seinem 60. Lebensjahr an. Beide vergleichen ihren Kontostand miteinander. Zwillingsbruder B kommt lediglich auf 73.354€. Er hat knapp 40% weniger Vermögen, obwohl er auch die 48.000€ angespart hat.

    Tipp
    Irgendwann gibt es einen Punkt, an dem man mit seiner monatlichen Liquidität das notwendige Vermögen für welches Ziel auch immer, nicht mehr ansparen oder erreichen kann. Jeder Euro den man früher anlegen kann, bedeutet automatisch einen größeren Ertrag und eine Liquiditätsentlastung später.
    Wenn man früh anfängt, hat man mehr Geld im Laufe seines Lebens. Und mit jedem neuen Lebensjahr, hat man mehr Geld zu seiner Verfügung.

    Wie wichtig ist die Rendite beim Geld anlegen?

    Die Rendite ist mit der Zeit ein weiterer wichtiger Faktor, um Geld anzulegen und Vermögen aufzubauen. Auch hier helfen ein paar Berechnungen, die Wichtigkeit bei der Geldanlage zu verdeutlichen.

    monatliches Geld anlegen

    100€ pro Monat werden über 30 Jahre gespart. Insgesamt kommt man auf 36.000€. Je nach Verzinsung entsteht ein anderes Endkapital:

    • bei 3% p.a. beträgt das Endkapital 58.273€
    • bei 4% p.a. beträgt das Endkapital 69.404€
    • bei 5% p.a. beträgt das Endkapital 83.225€
    • bei 6% p.a. beträgt das Endkapital 100.451€

    Gravierender ist der Vergleich, wenn man die 36.000€ einmalig anlegen würde, da das Anfangskapital schon viel höher ist. Über 30 Jahre entstehen folgende Endwerte:

    • bei 3% p.a. beträgt das Endkapital 88.446€
    • bei 4% p.a. beträgt das Endkapital 119.285€
    • bei 5% p.a. beträgt das Endkapital 160.838€
    • bei 6% p.a. beträgt das Endkapital 216.812€

    Eine Wertentwicklung von 6% p.a. würde eine Versechsfachung des eingesetzten Kapitals bedeuten.

    Jetzt kombinieren wir die Rendite mit dem Faktor Zeit und erhöhen die Laufzeit auf 35 Jahre. So würden folgenden Werte des Endkapitals entstehen:

    monatliches Sparen von 100€

    • bei 3% p.a. beträgt das Endkapital 74.156€
    • bei 4% p.a. beträgt das Endkapital 91.373€
    • bei 5% p.a. beträgt das Endkapital 113.609€
    • bei 6% p.a. beträgt das Endkapital 142.471€

    Hier würde sich der Gesamtwert bei 6% um 42.000€ erhöhen, obwohl man nur 5 Jahre länger eingezahlt hat. Um das noch mal deutlich zu machen. Man hat in den 5 zusätzlichen Jahren gerade mal 6.000€ mehr eingezahlt, aber 42.000€ mehr Kapital erhalten. Das schafft nur der Faktor Zeit.

    Die einmalige Geldanlage von 36.000€ und zusätzliche 5 Jahren, ergibt folgende Ergebnisse:

    • bei 3% p.a. beträgt das Endkapital 102.740€
    • bei 4% p.a. beträgt das Endkapital 145.647€
    • bei 5% p.a. beträgt das Endkapital 206.413€
    • bei 6% p.a. beträgt das Endkapital 292.447€

    Im Falle einer Verzinsung von 6% würde sich der Ertrag noch mal um ca. 75.000€ auf 292.447€ erhöhen.

    Warum ist das so? Warum ist die Zeit so wichtig? Die Lösung ist ganz einfach. Spart man monatlich Geld, fängt man mit einem kleinen Guthaben an. Am Ende des ersten Jahres sind bei einer Anlagesumme von monatlich 100€ erst 1.200€ angespart. Wenn man darauf 6% erhält, hätte man 72€ erwirtschaftet. 
    Im Jahr dreißig besitzt man schon 100.000€. Erhält man auf diese 100.000€ eine Verzinsung von 6%, dann wäre das ein Ertrag von 6.000€. Wie sagt man so schön, „Die erste Million ist immer die schwierigste“.

    Entweder hat man das Glück mit einem kleineren oder größeren Vermögen, mit dem Geld anlegen zu starten oder man muss eisern seine Liquidität sparen, um langsam aber Stück für Stück ein Vermögen aufzubauen. Sobald ein gewisses Grundkapital vorhanden ist, geht es recht schnell mit den Erträgen.

    Fazit
    Je höher die Rendite, desto weniger muss man selbst vom avisierten Kapital ansparen. Lest hierzu unbedingt den Abschnitt 7 - Anlagestrategien, Rendite und Risiko - Wie kommt man schnell und sicher an sein Ziel?

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Sind Kredite nützlich oder Unsinn?

Kredite sind Fluch und Segen gleichzeitig. Auf der einen Seite ermöglichen sie es, Wünsche sofort zu erfüllen und auf der anderen Seite verhindern sie, finanzielle Ziele jemals zu erreichen. Jeder der sein Geld anlegen möchte und muss, sollte die Differenzierung und die Bedeutung von Krediten verstehen, um so schneller und vor allem nachhaltig seine Träume und Ziele zu erreichen.

Tipp
Man sollte Konsumkredite vermeiden. Sie erfüllen zwar sofort Wünsche, aber verhindern das Geld anlegen.
  • Was sind Kredite, braucht man Kredite und wie nützlich sind Kredite?

    Ja, man braucht Kredite und das suggerieren auch die meisten Banken. Sie machen es sehr einfach, Dinge jetzt zu kaufen und später dafür zu bezahlen. Oder sie ermöglichen es sogar Dinge zu kaufen, die man sich sonst nie hätte kaufen können. Kredite erfüllen einfach Träume.

    Was ist ein Kredit oder Darlehn?

    Ein Kredit ist eine Vereinbarung von jemandem (Gläubiger), heute Geld zu bekommen und es in Zukunft zurückzuzahlen. Jeder muss sich Gedanken machen, woher zukünftig monatlich das Geld kommen soll, um den Kredit zu bezahlen. Die Bank möchte auf jeden Fall immer pünktlich ihr Geld haben.

    Kredite unterscheiden sich auf der einen Seite in Konsumkredite für Anschaffungen des täglichen Lebens, wie z.B. plötzlicher Geldbedarf, Autokauf, Hausausstattung etc. Diese Kredite haben einen hohen Zins und müssen in wenigen Jahren zurückgezahlt werden. Das macht die monatliche Belastung für viele unerträglich hoch. Ergänzend zum Abschnitt 2 - „Wie viel Geld steht mir zur Verfügung?“, sorgen Konsumkredite dafür, dass man weniger sparen kann. Es ist weniger Geld da, um sich ein Kapital anzusparen.

    Was ist besser? Man hat 50.000€ angespart und erhält jedes Jahr 2.000€ bis 4.000€ Ertrag, den man für Urlaub und Möbel ausgeben kann? Zusätzlich bleibt noch Geld übrig, um noch mehr anzusparen.

    oder

    Man nimmt einen Kredit auf und muss diesen in kürzester Zeit mit hohen monatlichen Beträgen zurückzahlen? Man hat kurzfristig Geld, um sich Wünsche zu erfüllen aber muss dann Jahre auf Konsum verzichten und steht am Ende mit 0€ Vermögen da.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schufa Score. Konsumkredite verschlechtern den persönlichen Score, so dass Kredite in Zukunft noch teurer werden und die monatliche Belastung steigt.

    Auf der anderen Seite gibt es Hypotheken, z.B. für Immobilienfinanzierungen oder der Finanzierung anderer Wertgegenstände, die mit diesen i.d.R. besichert sind. Diese Kredite sind meistens günstiger als Konsumkredite und auch für die Rückzahlung hat man mehr Zeit, teilweise mehr als 30 Jahre. Durch den günstigen Zins und die niedrige Tilgung ist die monatliche Belastung z.B. bei Immobilien in Relation zur Miete oft überschaubar. 
    Auch bei einer Investition in vermietete Immobilien tragen mehrere Parteien die Darlehnskosten. So gibt es einen Mieter und auch das Finanzamt, welche für Einnahmen sorgen und einen Teil der monatlichen Darlehnskosten bezahlen. Die monatliche Belastung ist für den Investor dadurch gering.

    Kredite kosten Geld. Man zahlt den erhaltenen Kreditbetrag mit einer Tilgung zurück. Zusätzlich nimmer der Gläubiger Zinsen, was den Kredit teurer macht.

    Fazit
    Konsumkredite reduzieren die zukünftige monatliche Sparfähigkeit teilweise sehr stark. Es fällt den meisten Kreditnehmern schwer zusätzlich zur Rückzahlung des Kredites auch noch Geld anzulegen. Wer Vermögen aufbauen und Geld sparen möchte, sollte Konsumkredite strickt vermeiden.
    Anders sieht es bei Immobiliendarlehn aus. Hier machen Kredite auf jeden Fall Sinn, da man einen entsprechenden Gegenwert zum Darlehn hat. Zusätzlich soll der Wert der Immobilie ja auch noch steigen. Hypothekendarlehn können unterstützend zum Vermögensaufbau wirken.

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Wie wichtig sind Versicherungen wirklich?

Versicherungen kosten Geld. Das ist erst einmal zum Verständnis grundlegend. Versicherungen reduzieren das monatliche Sparvolumen, so dass man weniger Kapital aufbauen kann. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, denn sie retten und schützen das Ersparte Vermögen. Was bringet es, endlich 50.000€ angespart zu haben, wenn einem die Immobilie abbrennt, diese nicht versichert war und man auf einem Kredit von 300.000€ sitzen bleibt? Man muss also differenzieren und weil Versicherungen Geld kosten, sich mit dem Thema zumindest grundlegend auseinandersetzen. Die folgenden Beispiele erläutern, wie man Geld spart und was wirklich notwendig ist.

Tipp
Versichern sollte man das Notwendigste: die existenzbedrohenden Risiken.
  • Was haben Versicherungen mit Geld sparen zu tun?

    Versicherungen übernehmen das persönliche Risikomanagement. Wenn einem ein großer Schaden entsteht, sollte das Risiko abgesichert sein. Was bringt es, viel Geld anzulegen und zu investieren, wenn das eigene Haus vollständig ausbrennt. Der Schaden ist teuer und kann i.d.R. nur von einer Versicherung getragen werden. Hat man keine, dann ist das Haus weg und man muss trotzdem noch Darlehn abbezahlen.

    Es gibt verschiedene Bereiche, die durch Versicherungen abgedeckt werden können. Unter anderem können Versicherungen finanziellen Verlusten vorbeugen. Die Versicherung übernimmt dabei das jeweilige Risiko.

    Wie entstehen die Prämien?

    Die Versicherung arbeitet mit großen Zahlen. Wir haben 10.000 Hausbesitzer die ihre Immobilie absichern möchten. Alle Häuser kosten zufällig 200.000€. Die Versicherungsgesellschaft weiß, das jedes Jahr 5 Häuser komplett ausbrennen und für 200.000€ neu gebaut werden müssen. Der Versicherung würden Kosten von 1.000.000€ entstehen.

    Diesen Betrag teilen sich die 10.000 Hausbesitzer und jeder zahlt eine Prämie von 200€ an die Versicherung.
    Was fehlt, sind natürlich die Kosten des Versicherers (Lohnkosten, Miete, Gewinn, etc.), so dass die Prämie wahrscheinlich höher ausfallen wird. Dieses Beispiel verdeutlicht aber ganz gut die Funktionsweise der Versicherung.

    Versichern kann man Risiken, Gefahren und Ursachen, mit denen man anderen einen Schaden zufügt. Niemand der 10.000 Hausbesitzer weiß, welches Haus zerstört wird. Aber es werden durchschnittlich 5 Häuser pro Jahr zerstört. Für die Versicherung ist das reine Mathematik.

    Wie kann man selbst mit Risiken umgehen?

    Zum Einen kann man das Risiko vermeiden. Man kauft erst gar kein Haus. Dann kann auch keines zerstört werden. Zum Anderen kann man auch das Risiko reduzieren, in dem man das Haus auf den neuesten Stand hält, so dass z.B. kein Brand durch eine defekte Elektrik ausgelöst werden kann. Einige Hausbesitzer werden das Risiko akzeptieren und damit leben.

    Mit Versicherungen kann man das Risiko auslagern. Man überträgt es ganz oder teilweise einem Anderen – dem Versicherer.

    Warum sollte man Risiken absichern?

    Gerade in Deutschland sind viele Menschen über- oder unterversichert. Ob das an einem falschen Berater oder an mangelndem Wissen liegt, stellen wir hier nicht weiter zur Diskussion. Wichtig ist für jeden die Frage der Geld anlegen möchte: „Kann ich es mir leisten, dieses Risiko einzugehen?“.
    Das Beispiel mit dem Haus ist einfach. Jeder sollte es versichern. Erstens verlangt es die finanzierende Bank und zweitens können die meisten Hausbesitzer einen großen Schaden am eigenen Haus nicht aus der Portokasse bezahlen. Der finanzielle Supergau wäre ein abgebranntes Haus, welches nicht versichert ist und mit einem Immobilienkredit finanziert wurde. Das Haus ist weg und die Bank möchte trotzdem die monatlichen Kreditraten haben. Dieses Szenario wäre für dien meisten Menschen ein finanzielles Desaster.
    Anders sieht es mit der Hilfe eines Freundes beim Umzug aus. Macht man hier etwas kaputt, ist es zwar schön, wenn die Haftpflichtversicherung den heruntergefallenen Hocker zahlen würde aber selbst wenn nicht, wäre der Schaden für die meisten finanziell tragbar.

    Tipp
    Jeder sollte große Risiken, die die Existenz bedrohen versichern, solange man nicht über ein großes Vermögen verfügt.

    Welche Risiken sind existenzbedrohend?

    Wenn sehr teure Sachen und Dinge wie z.B. Häuser zerstört werden, kann der Schaden das gesamte Vermögen oder mehr kosten. Jeder sollte sich also gründlich überlegen, welche Gegenstände er mit einer Sachversicherung absichern möchte (Immobilie, Auto, Hausrat etc.)

    Auf der anderen Seite sind Haftpflichtrisiken unbedingt abzusichern. Jemand Anderen einen Schaden zuzufügen kann zu großen finanziellen Belastungen führen, je nachdem was für ein Schaden es ist. 
    Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ihr müsst plötzlich mit ihrem Fahrrad auf der Straße ausweichen und ein vorbeifahrendes Auto rast in einen Baum oder schlimmer, in einen Fußgänger. Als Schadenverursacher ist man für die gegnerischen Anwälte, einer der ersten Ansprechpartner für Schadenersatz, sei es für das Auto oder für eventuelle Personenschäden. 
    Diese privaten Haftpflichtversicherungen sind in Relation zur Leistung günstig.

    Ein weiteres existenzbedrohendes Risiko ist die Gesundheit.

    Sparen bedeutet aus dem eigenen Einkommen, Geld anzulegen. Ist dieses Einkommen gefährdet und fällt weg, wird das Geldanlegen unmöglich. Im Gegenteil, man muss auf das Ersparte zurückgreifen und vernichtet sein Kapital. 
    Aus diesem Grund sind Krankenversicherungen in Deutschland Pflicht. Auf der anderen Seite gibt es ein paar private Risiken, wie z.B. die Arbeitskraft, die gesetzlich nur sehr unzureichend abgesichert ist. 
    Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen ein monatliches Einkommen, wenn man seiner Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen kann. Befindet man sich im Vermögensaufbau oder hat Kredite zurückzuzahlen, sollte man zwingend über eine Absicherung der Arbeitskraft nachdenken, denn der Verlust bedeutet den finanziellen Ruin.

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    Fazit
    Versichern sollte man auf jeden Fall alles, was die eigene Existenz bedroht, also das größte mögliche Risiko. Notwendig ist es das eigene Einkommen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die Gesundheit mit einer Krankenversicherung und Haftungsrisiken mit einer Haftpflichtversicherung. In diesen drei Bereichen kann es zu großen finanziellen Verlusten kommen. Treten diese ein, dann ist der Vermögensaufbau und der eigene Lebensstandard Vergangenheit! Alles Andere, wie z.B. Rechtsschutzversicherung kann man unter „on top“ verbuchen und wenn, dann sollte man sich intensiv mit diesen kleineren Risiken auseinandersetzen.

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In welche Geldanlagen kann man sein Geld anlegen?

Abschnitt 6 gibt euch einen kurzen Einblick in die verschiedenen Geldanlagen. Wie funktionieren sie, welche Laufzeit und welches Risiko werden der jeweiligen Geldanlage zugeordnet? Das Wissen über die einzelnen Investitionen ist grundlegend für die Geldanlage, denn am Ende soll das Geld und auch der Ertrag noch da sein. Es soll ja nicht wie beim Lotto sein, dass man hofft am Ende ein stattliches Vermögen aufgebaut zu haben, aber bis zur letzten Minute nicht weiß, ob es klappt.

Tipp
Es gibt die unterschiedlichsten Geldanlagemöglichkeiten. Sich selbst zu informieren ist unabdingbar.
  • Arten von Investments

    Geldmarkt

    Den Geldmarkt bezeichnet man unter anderem als Markt für kurzfristige Gelder, die mit Zentralbankguthaben gehandelt werden. Er ist durch eine hohe Verfügbarkeit, geringe Schwankungen und einer geringen Rendite gekennzeichnet. Das Risiko mit Geldmarktpapieren Geld zu verlieren, ist sehr gering. Zu den Geldmarktanlagen können auch Tagesgelder, Wechsel und kurzfristige Papiere etc. gezählt werden.

    • geringens Risiko
    • geringe Rendite
    • hohe Verfügbarkeit

    Aktien

    Aktien verbriefen das Eigentum an einer Firma. Grundsätzlich zielt ein Investor beim Geld anlegen auf eine Wertsteigerung seiner Investition ab. Die Kurse für Aktien sollen steigen. Zusätzlich haben einige Aktien Anspruch auf Dividendenzahlungen. Hier wird jährlich ein Gewinn an die Anteilseigner, also die Aktionäre gezahlt. Da der Aktienmarkt recht groß ist, sind Aktien leicht handel- und veräußerbar. Es ist eine Frage des Preises, zu welchem Kurs ein anderer Investor die Aktien abkauft.

    Kleine Firmen und große Firmen

    Das Risiko einen Totalausfalls ist bei größeren Unternehmen wesentlich geringer als es bei kleineren Unternehmen ist. Große Firmen sind etabliert und haben größere Vermögenswerte, während kleinere Unternehmen sich noch in der Wachstumsphase befinden, sofern sie nicht Marktführer in ihren Geschäftsbereichen sind.

    • hohes Risiko
    • hohe Verfügbarkeit
    • hohe Rendite

    Anleihen

    Anleihen oder verzinsliche Wertpapiere haben eines gemeinsam. Sie alle beinhalten i.d.R. eine Zinszahlung für die Investoren. Die Papiere werden von Staaten oder Unternehmen herausgegeben. Das Risiko ist unter anderem der Ausfall der Rückzahlung des Kapitals. Je größer und bonitätsstärker der herausgebende Staat oder das herausgebende Unternehmen der Anleihe ist, desto wahrscheinlicher ist auch die Zahlung der versprochenen Zinsen und die Rückzahlung des Kapitals an den Anleger.
    Die Zins- und Rückzahlungen können an verschiedene Bedingungen geknüpft werden. Hier gilt es immer mit Sorgfalt zu prüfen, was genau in den Bedingungen der Papiere steht.
    Zu den verzinslichen Wertpapieren gehören Schuldverschreibungen, Anleihen, Pfandbriefe, Rentenpapiere und Bonds (Obligationen).

    • geringes bis hohes Risiko
    • mittlere Verfügbarkeit
    • mittlere bis hohe Rendite

    Investmentfonds

    Investmentfonds umfassen einen sehr großen Bereich und werden teilweise unterschiedlich definiert. Im Sinne der handelbaren Papiere wie Geldmarktpapiere, Aktien und Anleihen, sind Investmentfonds ein Instrument, Anlegergelder zu sammeln und dann in die entsprechenden Papiere zu investieren. 
    Alle Investmentfonds haben einen Anlagegrundsatz definiert, aus dem erkenntlich wird, in welche Papiere und Märkte wie viel vom Fondsmanagement investiert werden darf. Von hoch spekulativ bis super konservativ ist bei Investmentfonds alles dabei. Es gibt sie mit viel, mit wenig oder auch ohne Aktien. Jeder Geldanleger kann sich nach seinem Gusto aus über 16.000 in Deutschland registrierten Investmentfonds die Richtigen für das eigene Depot raussuchen.

    • geringes bis hohes Risiko
    • hohe Verfügbarkeit
    • geringe bis hohe Rendite

    alternative Investments und geschlossene Fonds

    Alternative Investments sind Beteiligungen, die nicht auf öffentlichen Märkten gehandelt werden. Diese Investitionen sind unternehmerisch geprägt. D.h. sie haben i.d.R. eine Fondsgeschäftsführung und unterliegen einer jährlichen Steuerprüfung. Die alternativen Investments werden genutzt, um in nicht handelbare Vermögensgegenstände wie Immobilien, Flugzeuge oder nicht börsennotierten Unternehmen zu investieren. Das Risiko unterscheidet sich stark von Fonds zu Fonds. Hier kommt es auf viele verschiedene Faktoren an. 
    Mit alternativen Investitionen können Geldanleger kalkulierbare Erträge erwirtschaften. Da es hier keine öffentlichen Kurse gibt, gibt es auch kaum Schwankungen. Zu erwähnen ist, dass unternehmerische Beteiligungen wie jedes andere Unternehmen Konkurs gehen können. Mit diesen Risiken sollte sich jeder Investor, der sein Geld anlegen möchte im Vorwege auseinandersetzen.

    • geringe Verfügbarkeit
    • mittleres bis hohes Risiko
    • mittlere bis hohe Rendite

    Fazit
    Die Mischung macht's! Ein amerikanisches Sprichwort sagt "Lege nicht alle Eier in einen Korb". Diversifiziert euer Vermögen auf mehrere Geldanlagen.



    zu den aktuellen alternativen Investments


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Anlagestrategien, Rendite und Risiko - Wie kommt man schnell und sicher an sein Ziel?

Wir haben nun einige grundlegende Dinge, wie Zeit und Rendite, Versicherungen, Kredite und Liquidität erörtert und wissen nun, wie viel Geld wir wie lange anlegen können. Aber wie soll man investieren? Welche Investitionen bedeuten was? Wie sieht Risiko aus und wie viel Risiko soll man eingehen? Welche Investition ist die Richtige? Genau das erläutern wir euch im nächsten Abschnitt.

Tipp
Lest diesen Beitrag!
  • Welche Art der Rendite soll erzielt werden?

    Zuerst muss sich jeder der sein Geld anlegen möchte folgende Frage beantworten: Möchte ich Wachstum oder Einkommen generieren?

    1. Wachstum ist klar darauf ausgelegt, Investments günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen. Hier liegt der Fokus auf dem richtigen Moment der Investition. Sind die Kurse günstig, sollte man zuschlagen und sein Geld investieren. Sind die Kurse hoch, dann sollte man sparsam damit umgehen und sich reichlich Zeit lassen.
    2. Einkommen generiert man durch Investitionen, die regelmäßig Erträge abwerfen. Immobilien sind hier der Klassiker, aber auch Anleihen mit festen Zinszahlungen gehören zu dieser Kategorie. Bei Aktien sind Papiere mit hohen Dividendenausschüttungen eine Art, regelmäßige Erträge zu erzielen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Kursschwankungen bei diesen Aktien geben kann.

    Wann ist der richtige Moment zum Geld anlegen?

    Die Antwort ist ganz einfach! Niemand auf dieser Welt weiß das, egal wie viele Analysen man liest oder Experten sich zu Themen äußern. Keiner weiß, was in Zukunft passieren wird.

    Ich kann es nur noch mal ganz deutlich sagen: jede Investition, egal in was, ist eine Spekulation auf die Zukunft. Die Risiken unterscheiden sich zwar teilweise erheblich von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber ein totaler Verlust des Geldes, egal wie sicher die Investition ist, ist nie ganz ausgeschlossen, wirklich nie!

    Wie kann man Risiken minimieren?

    Diese Frage kann nur sehr persönlich beantwortet werden und jeder hat mit Sicherheit eine mehr oder weniger abweichende Meinung zu diesem Thema. Jedes Investment hat ein Totalverlustrisiko und man kann sein ganzes Geld verlieren, gerade wenn es in nur einer Sache investiert ist.

    Ein kurzes Beispiel soll das verdeutlichen: Ich glaube in Deutschland kann sich niemand vorstellen, dass Volkswagen jemals Pleite gehen wird. Das Investment ist also eine sichere Sache. Man kann sein Geld nicht verlieren.

    Allerdings zeigt der Abgasskandal gerade, dass es nicht berechenbare Dinge auf dieser Welt gibt. Auch wenn die subjektiv geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass VW Pleite geht, bei 0,001% liegt, muss man sich die Frage stellen, was passiert wenn diese 0,001% eintreten. Das angelegte Geld wäre weg.
    Jeder von uns weiß, was mit Nokia passiert ist, nachdem Apple das iPhone 2007 auf den Markt brachte. Nokia hatte noch bis Mitte 2010 in Italien einen Marktanteil bei Mobiltelefonen von über 70%, war also der absolute Marktführer. Kein Finne hätte sich auch nur ansatzweise in den 2000er Jahren vorstellen können, dass es 2012 keine Nokia Telefone mehr geben wird. Soviel also zur Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken.

    Wie löst man das Problem?

    Aus meiner Sicht minimiert man Risiken, indem man in viele verschiedene Dinge investiert. Hier kommt die Mathematik der großen Zahlen ins Spiel.

    Investiert man all sein Geld in ein einziges Unternehmen, liegt das Risiko für einen Totalverlust bei
    ca. 30%. Erhöht man die Anzahl der Unternehmen, in die man investiert hat, auf fast 20 Unternehmen, kann man das Totalverlustrisiko dramatisch auf fast 1% reduzieren. Man kann zwar immer noch einen Teil seines Geldes verlieren, aber wahrscheinlich nicht alles.

    Hier kommt es bei jeder Investition auf die Betrachtungsweise des Investors an. Möchte man einen Totalverlust seines gesamten Vermögens ausschließen oder möchte man das Totalverlustrisiko für alle einzelnen Investitionen ausschließen?

    Wo liegen hier die Unterschiede?

    Ich nehme beispielsweise ein Vermögen von 100.000€ an, das investiert werden soll.

    Variante A
    Vermeidung eines großen Verlustes bei jedem einzelnen Investment

    Wer sein Geld so anlegt, der möchte es sicher haben. Der Anleger muss bei jedem einzelnen Investment auf eine ausreichende Diversifikation achten. Einzelne Aktien darf er nicht kaufen. Bei Investmentfonds nur diese, die geringe Aktienquoten haben. Geschlossene Fonds, die teilweise hohe Renditen erzielen sollen, müssen sehr genau ausgewählt oder sogar gemieden werden. Große Risiken darf der Investor bei keiner Geldanlage eingehen. Die erzielbare Rendite ist eher gering bis maximal mittelmäßig.

    Variante B
    Vermeidung eines Verlustes auf das gesamte Vermögen bezogen

    Der Investor investiert in verschiedene Aktien, Fonds und alternative Investments. Ihm ist es egal, ob ein Unternehmen, dessen Aktie er hält Konkurs geht. Wichtig ist, das am Ende der Anlagedauer mehr Geld vorhanden ist, als vorher.
    Er kann bei dieser Anlagestrategie größere Risiken eingehen, um eine hohe Rendite zu erzielen. Was hohe Renditen für Vorteile haben, zeige ich gleich mal auf.

    Wie legt man sein Geld mit diesen beiden Anlagestrategien nun richtig an?

    Variante A
    Nehmen wir die 100.000€ als Grundlage. Investor A (30 Jahre alt) möchte das Geld sicher anlegen. Er spart es in mehrere Geldmarktfonds und auf verschiedenen Festgeldkonten und verlängert regelmäßig die Laufzeit, um die Erträge zu erhöhen. Nach 30 Jahren und einer durchschnittlichen Verzinsung von 3% p.a., hat er es auf ein Vermögen von 242.726€ gebracht.

     

    Variante B
    Der Investor investiert in verschiedene Anlagen. Es sind auch einzelne Investments bei, bei denen nicht auf Risikostreuung geachtet wurde. Die avisierten Renditen liegen eher hoch. Unter anderem ist er in Aktien, Investmentfonds mit Aktienanteilen und alternativen Investments beteiligt. Seine Investitionen entwickeln sich wie folgt.



    AnlagesummeRenditeEndbetrag
    10.000€3%24.272€
    10.000€6%57.434€
    10.000€3%24.272€
    10.000€2%18.133€
    10.000€3%24.272€
    10.000€8%100.626€
    10.000€Verlust
    10.000€12%299.599€
    10.000€Verlust
    10.000€1%13.478€
    GESAMT5,92%562.086€

     

    Fazit
    Zeit und Rendite sind die ausschlaggebenden Faktoren. Wer diese Zeit hat, sollte Rendite fordern und Risiko in Kauf nehmen, wenn er in genügend verschiedene Anlagen investiert, also sein Geld diversifizieren kann. Selbst wenn man die 12% Investition weglässt, obwohl diese Investition allein schon ausreicht, um Anlagevariante A zu übertreffen, ist das Gesamtvermögen immer noch höher als bei der 3% Investition des Investors A. Man darf bei der festverzinslichen Geldanlage des Investors A auch nicht das Inflationsrisiko vergessen.