P&R Insolvenz - Was nun?

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P Und R Insolvenz

Die Nachricht, dass der Grünwalder Anbieter von Containerinvestments P&R Insolvenz angemeldet hat, ist für die betroffenen Anleger sicherlich ein Schock. Hat doch das Geschäft mit dem Containeranbieter P und R  in den vergangen Jahrzehnten hervorragend funktioniert. 

Was ist unmittelbar vor der P&R Insolvenz passiert?

Ende Februar 2018 mehrten sich die Gerüchte, dass P&R in eine finanzielle Schieflagen geraten ist.  Die ersten Containermieten und Rückkäufe wurden nicht mehr an die Eigentümer ausbezahlt.  P&R erklärte hierzu  in einer Stellungnahme, dass diese Rückstände bis zum 20.03.2018 ausgeglichen werden.

Am 07.03.18 wurde auch der Vertrieb der aktuellen Angebote Nr. 5005 und 6005 eingestellt, ohne dass von seitens P und R eine Stellungnahme abgegeben wurde.

Durch die Medien werden rund 51.000 von der P&R Insolvenz betroffene Anleger mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 3,4 Mrd. Euro kolportiert. Bei vielen Anlegern handelt es sich um sogenannte Wiederholungstäter, da diese aus den Rückflüssen Ihrer bereits getätigten Investments neue Investitionen bei P und R tätigten. Hierbei wurde auf eine objektive Beratung komplett verzichtet, so dass es schwer sein wird, Verantwortliche außerhalb der P&R-Gruppe zu finden.

Zur aktuellen Lage:

Wir arbeiten gerade an einem Update speziell für betroffene Anleger! Dazu sind wir mit mehreren Anwaltskanzleien im Gespräch. Bitte haben Sie noch ein paar Tage Geduld.

Bitte tragen Sie im folgenden Ihre E-Mail Adresse ein, um das Update zu bekommen.

Ist der Containermarkt Schuld an der P&R Insolvenz?

Diese Frage ist mit einem „jain“ zu beantworten. Richtig ist, dass der Containermarkt in den Jahren 2011 bis zu seinem Tiefpunkt 2016 in der Krise war.  Ein Überangebot an Containern drückte die  Mieten sowie die Preise für gebrauchte Container. Die Anleger hatten mit P&R  feste Mietvereinbarungen geschlossen und P&R  garantierte feste Rückkaufspreise für die Container zum Ende der Mietlaufzeit.  

Hinzu kam, dass die Mieten an die Anleger in Euro bezahlt wurden, die Mieteinnahmen aber in US-Dollar erzielt wurden. Aufgrund des schwächelnden Dollars und des erstarktem Euros kam es hier zu erheblichen Kursverlusten, die sich sicherlich auch negativ auf die Liquidität von P und R auswirkten. Branchenkenner bezeichneten schon in der Vergangenheit die hohe Differenz zwischen den tatsächlichen Mieterlösen und den ausgezahlten Mieten an die Anleger als besorgniserregend.

Ob diese Faktoren ausschlaggebend für die P&R Insolvenz sind, kann nur spekuliert werden. Gerüchte vom Schnellballsystem machen die Runde, können aber zurzeit durch nichts belegt werden. Hintergründe der Insolvenz, werden wohl  erst nach eingehender Prüfung durch die Insolvenzverwalter bekannt werden.

Sind Container noch immer ein interessantes Investment?

Die Auslastung der Containerflotten ist weltweit hoch und die börsennotierten Gesellschaften haben in den vergangen Jahren wieder Gewinne erzielt. Der Container ist für den internationalen Handel unverzichtbar, denn  90% des weltweiten Handels wird über den Seeweg abgewickelt.  Dieses zeigen auch die gestiegenen Containerumschlagsraten, wie durch das Leibnitz-Institut für Wirtschafts-forschung (RWI) und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) jüngst bestätigt wurde.

Was habe ich als P&R Anleger von dieser Entwicklung?

Der Container ist ein reiner Sachwert und jeder Anleger sollte ein Zertifikat über „seine“ Container ausgehändigt bekommen haben.  Faktisch hat man natürlich einen schweren Zugriff auf „seine“ Container, da diese weltweit verstreut sind.  Da aber jeder Container registriert ist, könnten diese ausfindig gemacht werden. Es macht natürlich wenig Sinn, dieses in Eigenregie zu übernehmen und die Container selbst zu vermarkten oder sich diese  in den Garten zu stellen.  Die Insolvenzverwalter von P und R werden hier sicherlich ihr Bestes tun, um die höchstmöglichen Preise bzw. Mieten am Markt zu generieren, soweit es die bestehenden Verträge zulassen.  In den nächsten Wochen und Monaten werden die P&R Insolvenz-Verwalter ein Verwertungskonzept erarbeiten und die Anleger entsprechen informieren. Wie hoch die Rückflüsse an die Anleger von P&R ausfallen, ist zurzeit nur reine Spekulation. Dass der Markt aber insgesamt stabil bzw. sich im Aufwind befindet, könnte den Anlegern zu Gute kommen.

Fazit

Ob die P&R Insolvenz vermeidbar gewesen wäre, wird sich erst nach Sichtung sämtlicher Unterlagen durch den Insolvenzverwalter sagen lassen. Wichtig ist, dass Sie sich als Anleger auf dem Laufenden halten, um gegebenenfalls keine Fristen oder wichtigen Entwicklungen der P und R Insolvenz zu versäumen.

Laut Aussagen der Containeranbieter CH2 AG und der BUSS-Gruppe, beide ansässig in Hamburg,  ist der Containermarkt weiterhin stabil und wird auch zukünftig, trotz der P und R Insolvenz, eine alternative Investmentmöglichkeit bleiben. Sicherlich werden Verbraucherschützer wieder mehr Regularien fordern, um die Anleger vermeintlich zu schützen. Hierbei übersehen sie jedoch gerne, dass ein Großteil der Investoren in der Vergangenheit mit P&R gute Renditen erzielt hat und sich aus eigenen Stücken zu einer Neuinvestition entschlossen hat.