Anleihe

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Term Definition
Anleihe

Anleihen gehören einerseits zu den am meisten verbreiteten Instrumenten zur Finanzierungssicherung von Unternehmen und andererseits zu den beliebtesten Wertpapieren  zum Geld anlegen. Da die Verpflichtungen des Anleiheschuldners bzw. die Forderungen des Anleihegläubigers durch die Anleihe verbrieft sind, handelt es sich bei einer Anleihe um ein Wertpapier, das je nach Art frei oder an der Börse gehandelt werden kann. Anleihen spalten sich in Geldanlagen die einem geringen Risiko unterliegen und in Geldanlagen die mit einem hoheh Risiko behaftet sind.

Was sind Anleihen?

Sind die Emittenten der Anleihen Länder wie Deutschland oder Unternehmen wie Siemens oder BMW, zählen Anleihen eher zu den sicheren Geldanlagen. Geben die Anleihen Länder wie Griechenland oder Unternehmen mit geringer Kapitalstärke aus, dann muss man als Anleger genau aufpassen und sich dem Risiko bewusst sein.

Je sicherer der Staat oder das Unternehmen gilt, desto geringer ist die Rendite der Anleihe. Die Bundesobligation hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Die Verzinsung dieser Anleihe hat für die Fälligkeiten bis ca. 2024 eine negative Rendite. Anleihen von großen Konzernen wie Siemens befinden sich mit der Rendite im Bereich con 3% bis 4% p.a.

Acht geben sollte man bei Renditeversprechungen, die vom aktuellen Zinsniveau extrem abweichen. Hier muss man sich als Geldanleger nur die Frage stellen, warum ein Unternehmen freiwillig 7% oder mehr Prozent an Anleger zahlen möchte und sich nicht lieber einen Kredit mit einer geringeren Verzinsung von einer Bank holt?

Ein prominentes Beispiel für den Verlust von Kapital ist die Pleite von Prokon im Jahr 2015. Geworben wurde mit einer Investition in Grüne Werte (Windkraftanlagen). Doch das Unternehmen musste Insolvenz anmelden und somit steht das Finanzierungskapital der Anleger durch die Anleihe, ganz am Ende der Gläubigerschlange. 

Wie funktioniert die Geldanlage in Anleihen?

Wenn ein größeres Unternehmen oder der Staat mit seinen Institutionen einen Kredit benötigen, können sie das benötigte Geld in Form einer Anleihe aufnehmen. Der Kredit kommt in der Regel von Investoren, die vor allem über einen bestimmten Zeitraum ihr Geld anlegen und dabei eine Rendite erzielen wollen. Die Forderung der Gläubiger gegen den Kreditnehmer als Schuldner der Anleihe wird bei dieser Form des Kredites mit einem Anleihepapier dokumentiert. Die Anleiheurkunde selbst besteht aus Bogen und Mantel. Während der Mantel die Forderung des Gläubigers verbrieft, besteht der Bogen aus Kupons, mit den der Gläubiger zu den festgelegten Fälligkeitsterminen und andere vereinbarten Zahlstelle seine Zinsansprüche geltend machen kann.

Die meisten Anleihen werden börsennotiert und sind somit handelbar. In diesem Kontext zählen sie zu den liquiden Geldanlagen. Kommen die Anleihen von kleineren Unternehmen, dann kommt es häufig vor, dass es für die Anleihen keinen geregelten Markt gibt. Hier ist gibt man mit der Anleihe dem Unternehmen Geld und muss auf die regelmäßige Zinszahlung und die Rückzahlung des Geldes am Ende der Laufzeit vertrauen oder hoffen.

Für welche Art von Finanzierung bzw. welche Art von Geld anlegen dienen Anleihen und wie ist das Anlagerisiko einzuschätzen?

Anleihen dienen typischerweise zur langfristigen Fremdfinanzierung der Schuldner (Emittent). Und auch umgekehrt sind die meisten Kreditgeber eher an langfristigen Investitionen interessiert, wenn sie ihr Geld mit Rendite anlegen und sich dabei für Investitionen in Anleihen entscheiden. Anleihen gelten durchmischt eher als risikoarme oder risikoreiche Investitionen, wenn man sein Geld anlegen will. Sie werden deshalb auch gerne von institutionellen Anlegern wie von Versicherungen ins Portfolio genommen, weil sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, beim Geld anlegen große Anteile der ihnen anvertrauten Gelder in bonitätsstarke Titel anzulegen. Als Geldanlage bieten staatliche Anleihen der Industrieländer jedoch mehr Sicherheit, als Anleihen von mittleren und kleinen Unternehmen.

In welchem rechtlichen Verhältnis stehen Anleihekäufer und Anleiheemittenten zueinander?

Als Käufer einer Anleihe erwirbt man mit dem Geld anlegen die rechtliche Stellung des Inhabers eines Finanztitels, denn im Unterschied zu einem Aktienkauf gewährt der Käufer mit dem Kauf einer Anleihe einen Kredit an den Emittenten. Durch Zahlung des Kaufpreises stellt der Käufer dem Emittenten Fremdkapital zur Verfügung und erwirbt keinen Anteil an dessen Eigenkapital. Wenn es sich wie bei den meisten Anleihen um einen festverzinslichen Vermögenstitel handelt, hat der Gläubiger als Gegenleistung für seine Geldanlage beim Schuldner Anspruch auf Rendite aus Zinszahlungen sowie auf die Rückzahlung des dem Schuldner überlassenen Kapitals. Nach Ablauf der Laufzeit der Anleihe endet das Schuldverhältnis zwischen Anleihekäufer und damit Anleihegläubiger einerseits sowie Emittent Anleiheschuldner andererseits, wenn letzterer dem Anleihegläubiger den Nennwert der Anleihe zurückzahlt.

Welche Arten von Anleihen gibt es?

Anleihen werden auch als Obligationen, verzinsliche Wertpapiere oder Rentenpapiere bezeichnet und auch Pfandbriefe zählen zu den Anleihen. Darüber hinaus wird auch im deutschen Sprachraum häufig der englische Fachbegriff "Bonds" benutzt, wenn es sich um das Geld anlegen in eine Anleihe handelt. Insofern bezeichnet der Begriff der Anleihe auch eine ganze Wertpapiergattung. Dabei sind Anleihen, die als Namens- oder Orderpapier ausgegeben werden, eher selten. Die meisten Anleihen werden als Inhaberpapier ausgegeben, auch weil diese Art von Wertpapieren am einfachsten handelbar ist.

 

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